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Hört Facebook mit?
© picture-alliance/Silas Stein
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Hört Facebook mit?

Facebook zeigt uns anscheinend Werbung zu Dingen, über die wir uns gerade erst unterhalten haben. Belauscht uns das Smartphone über die Facebook-App?

Facebook kennt den Nutzer zu gut

Auch wenn die Vermutung naheliegt, dass Facebook alles mithört – die Begründung für die präzise Werbungsausspielung ist wohl simpler: Der Konzern weiß mittlerweile einfach unfassbar viel über unser Nutzungsverhalten: was uns gefällt, was unseren Freunden gefällt, und außerdem rät der Algorithmus auch einfach mal, was uns gefallen könnte. Da kann viel Unsinn, aber auch mal ein Zufallstreffer dabei sein – der fällt uns dann eben auf. Genauso wie Dinge, über die wir gerade erst geredet haben – die fallen uns dann umso mehr auf. Um uns personalisierte Werbung auszuspielen, braucht uns Facebook nicht abzuhören.

„Weder Facebook noch WhatsApp hören mit“

Und das tut das Unternehmen nach eigenen Angaben auch nicht. Nicht ohne die Zustimmung des Nutzers und nicht um Werbung zu schalten, sagt eine Sprecherin des Konzerns gegenüber dem BR:

"Weder Facebook noch WhatsApp hören mit. Beide Apps greifen nur dann auf das Mikrofon zu, wenn ein Nutzer dies den Apps vorher ausdrücklich erlaubt hat und eine bestimmte Funktion aktiv nutzt, die Audiosignale erfordert, wie beispielsweise die Aufnahme eines Videos, Sprachnachrichten oder bei Telefonaten."

Der Imageschaden wäre zu groß

Was unter der Haube von Facebook steckt, welche Daten gesammelt werden, und was die Algorithmen wirklich tun, kann man als Nutzer nur schwer durchschauen.

Aber allein der Imageschaden, den Facebook erleiden würde, wenn herauskäme, dass der Konzern seine Nutzer abhören würde – das kann sich das Unternehmen wahrscheinlich nicht leisten.

Zudem würde so eine Datenübertragung von Betriebssystemherstellern und Sicherheitsforschern ziemlich schnell bemerkt werden.

Technisch ist einiges möglich

Dennoch gibt es einige Entwicklungen, die in eine ähnliche Richtung gehen. Die Nutzung von akustischen Cookies“ und "Beacons" etwa. Damit ist es möglich, dass beispielsweise in einem Laden oder während einer Fernsehsendung für eine Klamottenmarke ein ganz bestimmtes Ultraschall-Signal abgespielt wird.

Das kann unser Ohr zwar nicht hören, aber Apps mit der passenden Schnittstelle erkennen dieses Signal, und können uns dann die entsprechende Werbung zu der Marke ausspielen.