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Was kann die Luca-App, was die Corona-Warn-App nicht kann? | BR24

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Rapper Smudo macht Werbung für die Luca-App

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    Was kann die Luca-App, was die Corona-Warn-App nicht kann?

    Eine App zur Kontakt-Nachverfolgung sorgt für Furore - nicht nur, weil sie von der Rap-Gruppe "Die Fantastischen Vier" mitentwickelt wurde. Die Luca-App soll kulturelle Veranstaltungen möglich machen. Die Idee kommt spät. Trotzdem könnte sie helfen.

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    Von
    • Gregor Schmalzried

    Auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat sich mittlerweile für sie ausgesprochen: Die "Luca"-App, die unter anderem von der Rap-Gruppe "Die Fantastischen Vier" entwickelt wurde, könnte ein wesentlicher Bestandteil bei der Öffnung der Gastronomie sein. Doch was ist die App und was unterscheidet sie von der Corona-Warn-App?

    Wer steckt hinter der Luca-App?

    Anders als die Corona-Warn-App wurde "Luca" nicht von öffentlicher Hand in Auftrag gegeben. Entwickelt wurde die App von dem Berliner IT-Startup neXenio und einer Gruppe von Kulturschaffenden - die prominentesten Vertreter sind "Die Fantastischen Vier".

    Was soll die App können?

    Mit Luca sollen Restaurants und Veranstalter die "Zettelwirtschaft" ersetzen können, die beim Eintragen der Gäste entsteht. Anstatt jedes Mal beim Betreten eines Restaurants, eines Kinos, eines Stadions oder jeder anderen Gelegenheit, bei der Menschen zusammen kommen, neu Namen, Adresse und Telefonnummer hinterlassen zu müssen, bräuchten Veranstalter und Gast nur die App installiert zu haben. Wer das Gebäude betritt, scannt einen QR-Code, die Daten werden anonymisiert erfasst und können im Falle einer festgestellten Infektion mit den Gesundheitsämtern geteilt werden.

    Schon im letzten Sommer waren ähnliche Apps in manchen Restaurants im Einsatz. Luca möchte aber eine direkte Schnittstelle zu den Gesundheitsämtern sein und diese damit entlasten.

    Wo ist der Unterschied zur Corona-Warn-App?

    Die Corona-Warn-App funktioniert passiv - sie erfasst lange Kontakte mit anderen Menschen in der Nähe automatisch. Hat eine infizierte Person die App aber nicht installiert oder trägt ihre Infektion nicht in die App ein, kann die App daraus nichts lernen.

    Die Luca-App funktioniert aktiv - man soll sie beim Besuch von Gastronomie, Veranstaltungen oder privaten Feiern kurz öffnen und damit einchecken. Die Funktionsweise ist sehr viel simpler als die komplexe Risikoerfassung der Corona-Warn-App - im Grunde tut sie das Gleiche wie eine von Hand geführte Anwesenheitsliste.

    Sind meine persönlichen Daten in der Luca-App sicher?

    Erste Einschätzungen von Datenschützern stufen die App als einen Erfolg ein. "'Luca' leistet einen wichtigen Beitrag bei der Nachverfolgung von Kontakten während der Pandemie und erfüllt dabei unseren hohen Datenschutz-Standard", sagt der Datenschutz-Beauftragte des Landes Baden-Württemberg.

    Bei der Installation muss man zwar persönliche Daten wie die Telefonnummer angeben, diese werden jedoch verschlüsselt abgespeichert, sodass auch der App-Anbieter keinen Zugriff darauf hat. Freigegeben werden die Daten erst durch das Teilen mit den Gesundheitsämtern.

    Ist die Luca-App schon im Einsatz?

    Auf den friesischen Inseln Sylt, Amrum und Föhr wird die Luca-App schon genutzt. Auch zahlreiche Restaurants haben sich bereits für den Einsatz angemeldet. Und theoretisch kann jeder die App für eigene private Anlässe nutzen. Besonders relevant dürfte dieser Faktor erst werden, wenn die Kontaktbeschränkungen wieder gelockert werden.

    Damit die App wie gewünscht funktioniert, müssen allerdings die Gesundheitsämter mitmachen. Hier herrscht bislang Uneinigkeit. Den App-Betreibern zufolge hat das Land Baden-Württemberg bereits angefragt. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Laschet hat sich zwar zuletzt wohlwollend zu der App geäußert, jedoch noch nichts angekündigt.

    Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder verwies in einem Tweet auf die Notwendigkeit einer "App, um Testergebnisse zu erfassen" - ohne die Luca-App namentlich zu nennen.

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