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Lootboxen in Videospielen: Glücksspiel mit Taschengeld? | BR24

© Erich Schmidt/picture alliance

Keine Lootbox - aber virtuelle Lootboxen können ähnlich magisch auf Spieler wirken. Im Spiel Fortnite hat die Box übrigens die Form eines Lamas.

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    Lootboxen in Videospielen: Glücksspiel mit Taschengeld?

    Viele Games locken die Spieler mit sogenannten „Lootboxen“. Für einen kleinen Euro-, Dollar oder Spielgeld-Betrag gibt es eine Box mit virtuellen Gegenständen. Was am Ende drin ist, weiß aber niemand. Kritiker finden, die Politik sollte einschreiten.

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    Lootboxen, so werden virtuelle Wundertüten genannt, die man in vielen Computerspielen kaufen kann. Genau wie beim analogen Pendant, weiß man auch hier nicht, was letztlich drin ist. Lootboxen können schärfere Schwerter für Fantasy-Spiele, schönere Outfits für den Helden oder ein besseres Gewehr für einen Shooter. Teilweise können sich Gamer dadurch einen spielerischen Vorteil gegenüber anderen verschaffen.

    Wer in FIFA, einem extrem populären Fußball-Videospiel, erfolgreich sein möchte, muss in Lootboxen investieren. Wer Glück hat, dessen Lootbox enthält dann Messi oder Ronaldo, wer Pech hat, zieht nur Abwehrspieler des 1. FC Nürnberg. Professionelle eSport-Spieler investieren deswegen oft tausende Euros in Lootboxen, um ein wettbewerbsfähiges Team zusammenstellen zu können, aber auch ein Otto-Normal-Spieler kann erhebliche Beträge für Lootboxen ausgeben. Ein riesen Geschäft für die Spiele-Publisher.

    Glücksspiel, das süchtig macht?

    Lootboxen stehen in der Kritik, weil sie süchtig machen sollen. Auch deswegen hatten die Freien Wähler bereits im November 2017 beantragt zu prüfen, ob Lootboxen nicht eine Form des Glücksspiels sind, vor dem gerade Jugendliche geschützt werden sollten. Entsprechend könnten Spiele mit solchen Elementen zum Beispiel erst ab 18 Jahren freigegeben werden.

    Auch in der Spielerschaft selbst stehen Lootboxen in einem schlechten Ruf. So sorgte etwa der offene Brief eines 19-jährigen für Furore in der Szene, in der er zugab glücksspielsüchtig zu sein und in drei Jahren etwa 13.500 US-Dollar unter anderem für diese digitalen Wundertüten ausgegeben zu haben.

    Eine aktuelle Studie der DAK warnt auch vor der möglichen suchtfördernden Wirkung der Lootboxen.

    Politik will Spieler schützen

    In anderen Ländern hat die Politik bereits Maßnahmen ergriffen: In Belgien und den Niederlanden gelten Lootboxen bereits als illegales Glücksspiel. Auch Deutschland derzeit noch keine so drastischen Schritte eingeleitet hat - Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat sich dem Thema bereits angenommen. Im Februar erklärte die SPD-Politikerin via Facebook:

    Bis es Lösungen gibt und mehr Klarheit in diesem Bereich herrscht, sollten sich Gamer - und bei Minderjährigen Eltern - zumindest erkundigen, ob ein Spiel Lootboxen erhält und sich deren möglicherweise süchtigmachender Wirkung bewusst sein. Tipps für Eltern im Umgang im Videospielen finden sich zu Beispiel im Spieleratgeber NRW oder direkt bei der USK.

    Zumindest einige Publisher gehen bereits dazu über, für Lootboxen in ihren Spielen (etwa in "Dota 2") die Gewinnchance auf besonders begehrte virtuelle Gegenstände anzugeben. Im Spiel "Fortnite" wird der Inhalt einer Lootbox mittlerweile sogar angezeigt - man weiß also, was man bekommt.