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Löschen, sperren, verbannen: Twitter & Co. machen Ernst | BR24

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Greift gegen Fake News durch: Twitter

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    Löschen, sperren, verbannen: Twitter & Co. machen Ernst

    Twitter hat ein Video von Donald Trump Jr. sperren lassen. Auch dieses Beispiel zeigt, dass Twitter & Co. gegen Hatespeech und Fake News durchgreifen. Doch schon machen sich neue Netzwerke bereit, um fragwürdigen Inhalten eine neue Heimat zu geben.

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    Es ging mal wieder um Hydroxychloroquin, dem Malaria-Medikament, das von Donald Trump als vermeintliche Wunderwaffe gegen Corona angepriesen wird. In einem Video wurde behauptet, dass weder Shutdowns noch Masken notwendig sind, um Corona zu besiegen, Hydroxychloroquin würde reichen. Studien die das Gegenteil behaupten? Alles Fake News! Der Clip wurde von Donald Trump Jr. geteilt und auch von seinem Vater höchst persönlich. Doch lange war das Video auf Twitter nicht zu sehen. Die Plattform sperrte den Clip, weil es "irreführende und möglicherweise schädliche Informationen" zur Corona-Pandemie enthalte und deaktivierte kurzzeitig den Account des Präsidenten-Sprösslings.

    Kein "anything goes" mehr

    Das ist nur das jüngste Beispiel einer Reihe von Maßnahmen, die Twitter ergriffen hat, um Fake News und Verschwörungstheorien auf der eigenen Plattform zurückzudrängen. Ende Mai begann Twitter damit, Trump-Tweets als irreführend zu kennzeichnen. Mittlerweile geht die Plattform auch energisch gegen Verschwörungstheorien und Rechtsextremismus vor. Konten der Identitären Bewegung wurden gesperrt und auch etwa 7.000 Konten, die QAnon zugerechnet werden, einer Bewegung von Verschwörungsideologen.

    💡 Deplatforming

    Deplatforming wird es genannt, wenn Soziale Netzwerke Accounts von ihren Plattformen verbannen. Ein Beispiel: Der Verschwörungsideologe Alex Jones wurde bei Twitter ausgeschlossen. Deplatforming wird oft mit einem Mikro vergleichen, dass den jeweiligen Akteuren entzogen wird. Deplatforming gilt als mächtige Waffe, weil sie die öffentliche Sichtbarkeit von Personen und Organisationen stark einschränkt.

    Und Twitter ist nicht alleine. Auch Facebook, Youtube, Reddit oder die Videostreamingplattform Twitch löschen, sperren und verbannen, auch weil, etwa im Falle von Facebook, nicht nur Nutzer und Politik Druck ausüben, sondern auch Werbekunden.

    Alternativen ohne Reichweite

    Aber auch die Betroffenen reagieren auf das "Deplatforming" von Twitter & Co. und suchen sich neue Netzwerke. Längst gibt es ein Twitter-Alternative namens "Parler", die sich nach eigenen Angaben der Meinungsfreiheit verschrieben hat. Und auch der Messenger Telegram hat regen Zulauf und dient Manchem als Exil, dessen krude Ideen auf anderen Plattformen keine Chance haben. Das Problem aus Sicht derjenigen, die sich auf die Suche nach neuen virtuellen Mikrofonen machen ist allerdings, dass die Reichweite auf den Alternativen Plattformen sehr viel geringer ist. Man darf dort zwar alles sagen, aber es hören sehr viel weniger Menschen zu.

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