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Likes und Notifications: Facebook verzichtet auf Aufmerksamkeit | BR24

© Jaap Arriens/NurPhoto/picture alliance

Wer will, bekommt künftig weniger rote Hinweise zu sehen.

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    Likes und Notifications: Facebook verzichtet auf Aufmerksamkeit

    Für Facebook ist es ein gewagter Schritt. Auch auf dem großen US-Markt beginnt seine Plattform Instagram damit, "Likes" zu verstecken. Auch auf Facebook selbst testet das Unternehmen, Nutzer stärker über Benachrichtigungen entscheiden zu lassen.

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    Ganz neu ist das nicht, denn Facebook hatte bereits im April mit Tests begonnen, die Anzahl der Likes auf seiner Plattform Instagram auszublenden. Los ging es in Kanada, dann folgten Tests in Irland, Italien, Japan, Brasilien, Neuseeland und später auch Australien, wo auch auf Facebook selbst ähnliche Tests durchgeführt wurden. Lediglich der Urheber des Beitrags soll damit sehen können, wie oft welcher Post geliked wurde. Test deshalb, weil die Änderungen nur einigen Nutzern ausgespielt wurden und das Unternehmen sich vorbehält, sie auch wieder rückgängig zu machen.

    Spannend ist , dass diese Tests jetzt auch auf den Markt in den USA ausgeweitet werden. Instagram-Chef Mosseri kündigte das am Wochenende an:

    "Aufgepasst! Wir haben dieses Jahr in einigen Ländern getestet, die Likes nicht mehr für alle einsehbar zu machen. Kommende Woche weiten wir diese Tests auf einen kleiner Nutzerkreis in den USA aus. Wir freuen uns auf das Feedback!" - Adam Mosseri, Instagram-Chef

    Aufmerksamkeit gegen Nutzerwohlbefinden

    Facebook möchte offenbar dem Konkurrenzdenken auf seinen Plattformen entgegenwirken. Anstatt der größtmöglichen Anzahl an Likes hinterherzujagen, sollen sich die Nutzer auf der Plattform wohlfühlen. Dies betonte das Unternehmen zuletzt immer wieder. Wie das gleichnamige Tech-Portal Wired berichtet, sagte Instagram-Chef Mosseri auf der Wired25-Konferenz:

    "Wir wollen Druck herausnehmen bei Instagram, das ganze weniger zu einen Wettbewerb machen und Menschen mehr Raum geben, damit sie sich den Menschen widmen können, die sie mögen, und Dingen, die sie begeistern." - Adam Mosseri, Instagram-Chef

    Dadurch solle unter den Nutzern Angst gemindert und soziales Vergleichen bzw. Konkurrenzdenken reduziert werden. Wie sich die Tests allerdings auf Geschäftsmodelle der reichweitenstarken Influencer auf den Plattformen auswirken, ist noch nicht ganz klar. Diese sind auf die harte Währung der Likes und Herzchen angewiesen. Mosseri ließ allerdings durchklingen, dass er Entscheidungen treffen werde, auch wenn sie Einschnitte für das Geschäft bedeuten, wenn damit dem Nutzerwohlbefinden geholfen wird.

    Weniger Benachrichtigungen auf Facebook

    In eine ähnliche Richtung zielt eine aktuelle Änderung in der Facebook-App: Ab nun haben Nutzer die Möglichkeit, Benachrichtigungen in der App stärker einzuschränken und den eigenen Feed zu personalisieren. Das rote Benachrichtigungssymbol der App kann ja nicht nur auf dem Homescreen auftauchen, sondern auch innerhalb der App, etwa im Feed, wo es signalisiert, dass es zum Beispiel in den Tabs "Marketplace", "Gruppen" oder "Watch" (Videos) etwas Neues gibt.

    © Screenshot BR

    Die Entscheidung, was angezeigt wird, liegt nun beim Nutzer.

    Damit Nutzer selbst entscheiden können, wieviel Aufmerksamkeit sie diesen Bereichen schenken wollen, lässt sich nun konfigurieren, welche Tabs in der App überhaupt auftauchen und ob diese das rote Benachrichtigungssymbol anzeigen sollen. Für iOS wurden die Änderungen bereits ausgespielt, für Android-Nutzer soll dies demnächst geschehen.