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Künstliche Intelligenz gegen Deepfakes | BR24

© picture alliance / AP Photo

Ausschnitt aus einem gefälschten Video, in dem Barack Obama auftauchte

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    Künstliche Intelligenz gegen Deepfakes

    Videos fälschen, Bilder manipulieren. Deepfakes sind schon Realität. Forscher der TU München entwickeln eine Künstliche Intelligenz, die solche Fälschungen erkennt. Das kann dann auch Faktencheckern helfen.

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    Donald Trump als Schauspieler in Breaking Bad, Barack Obama, der offen flucht oder Angela Merkel mit dem Gesicht von Alice Weidel: Sogenannte Deepfakes gibt es heute immer mehr im Netz, sie zeigen Dinge, die nie passiert sind. Dass es Fälschungen sind, erkennt man in der Regel. Die Frage ist: Wie lange noch?

    Matthias Niessner forscht an der Technischen Universität München an manipulierten Videos. Seine Aufgabe: Schritt halten mit einer Technologie, die immer schneller immer besser wird.

    Künstliche Intelligenz soll Fälschungen aufspüren

    Selbst Laien werden in Zukunft in der Lage sein, ein falsches Video als ein echtes auszugeben. Zum Beispiel von einem Politiker. Wenn wir unseren Augen bald nicht mehr trauen können, dann brauchen wir eine andere Lösung. Daran arbeiten Niessner und sein Team. Sie haben eine "KI" trainiert - eine künstliche Intelligenz, die Fälschungen aufspürt.

    "Dieses Trainieren müssen Sie sich ähnlich vorstellen wie bei einem Menschen. Dem zeigen wir sehr viele echte und sehr viele gefälschte Videos, und daraus lernt die KI Muster, wie sie sozusagen echte von gefälschten Videos unterscheiden kann", erklärt Niessner. Seine Software ist vor allem Prävention für den Ernstfall - in dem man Fake und Realität kaum noch auseinanderhalten kann. Ein solcher Fall landet auch bei sogenannten Faktencheckern. Die meisten Redaktionen haben inzwischen solche Teams.

    Faktencheck bei BR24

    Auch beim Bayerischen Rundfunk prüfen Spezialisten die Echtheit von Informationen, Bildern und Videos. Sophie Rohrmeier gehört zu diesem BR-Team. Bei ihr landet alles, was schnell viel Aufmerksamkeit erregt – denn jeden Tag sind in den sozialen Medien dutzende neue Falschmeldungen unterwegs.

    "Man muss aber sagen, dass Deepfakes im politischen Bereich in Deutschland bislang kaum auftauchen. Was eine viel größere Rolle spielt, sind die klassischen Fehlinformationen oder Fakes, also einfache Bildtafeln mit falschen Zitaten, Artikel oder Posts mit irreführenden Inhalten, lückenhaftem Kontext. Das ist sehr verbreitet und darauf fallen viele Leute rein", sagt Rohrmeier.

    Klassische Fakes: Weniger Aufwand als bei Deepfakes

    Ein falsches Zitat, das eine Politikerin nie gesagt hat. Oder: Ein Foto, das vor Jahren aufgenommen wurde und längst nicht mehr aktuell ist. Hinter solchen Täuschungen steckt viel weniger Aufwand als hinter einem Deepfake, also einem gefälschten Video. Dennoch sind sie genauso gefährlich.

    Zum Glück kann jeder sich einfach zu Hause informieren: Wenn man auf ein seltsames Bild oder Video stößt, hat sich oft schon ein Faktenchecker darum gekümmert. Und dann kann jeder User schon durch eine kurze Google-Recherche erkennen, dass es nichts weiter ist als Fake.