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Bitcoin

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    Kryptowährungen unter Druck: Hat der Bitcoin noch eine Zukunft?

    Die Kurse fallen, und einige Kritiker der Blockchain-Technologie haben Kryptowährungen wie Bitcoin schon für tot erklärt. Andere glauben: Es geht gerade erst los. Doch in die Zukunft zu sehen ist unmöglich.

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    Von
    • Gregor Schmalzried

    Der Goldrausch ist erst einmal gestoppt. Nachdem es monatelang so schien, als könne der Preis von Bitcoin, Ether und anderen Kryptowährungen nur nach oben gehen, sind die Kurse fürs Erste eingebrochen. So hat sich etwa der Bitcoin in den letzten Wochen um die 30.000 Euro eingependelt - Mitte April lag der Wert noch über 50.000 Euro. Die Kurse anderer Kryptowährungen zeigen ebenfalls nach unten.

    Woher kommt der Absturz?

    Für den Kurseinbruch werden zahlreiche Dinge verantwortlich gemacht: Die Entscheidung von Tesla-Gründer Elon Musk, doch nicht auf Bitcoin setzen zu wollen. Steigender Druck wegen der immer höher werdenden Stromkosten, die die Kryptowährung verschlingt. Ankündigungen von China, Kryptowährungen schärfer zu regulieren.

    Mit Sicherheit weiß niemand, ob einer dieser Gründe, alle zusammen oder ein ganz anderer dahinter steckt. Nicht zuletzt, da Kryptowährungen am Markt vor allem als Spekulationsobjekt genutzt werden - riesige virtuelle Mengen werden jeden Tag quasi-anonym über den Erdball geschickt. Deshalb ist es für Akteure im Verborgenen möglich, den Markt ohne das Wissen der Allgemeinheit zu beeinflussen.

    Ist Bitcoin tot?

    Im Zuge des Kurssturzes wurde Kritik an der Kryptowährung und der ihr zugrundeliegenden Blockchain-Technologie laut. Bitcoin-Kritiker wie der Journalist Tim Mullaney und der Autor Jared A. Brock erklärten Kryptowährungen erneut für wertlos. "Bitcoin und Ethereum sind tot", schrieb Jared A. Brock in einem Artikel auf der Blogging-Plattform Medium, "und die ehrlichen Investoren wissen es."

    Zahlreiche Anleger verkauften im Mai ihre Bitcoin-Investitionen. Das Marktanalyse-Unternehmen Glassnode bezeichnete das Geschehen als "einen der dramatischsten Ausverkäufe in der Geschichte von Bitcoin". Verkauft hätten vor allem kurzfristig orientierte Anleger.

    Wird alles wie beim letzten Mal?

    Doch nicht alle sehen für die Zukunft von Bitcoin und anderen Kryptowährungen schwarz. Tatsächlich zeigt ein Blick in die Bitcoin-Historie: Es ist nicht das erste Mal, dass der Preis eingebrochen ist. Ende 2017 etwa stieg der Bitcoinkurs auf ein damaliges Allzeithoch von über 16.000 Euro und brach anschließend ein. Es dauerte drei Jahre, bis der Wert wieder erreicht wurde.

    Bitcoin-Anleger und Blockchain-Fans hoffen nun darauf, dass es diesmal genauso ist, und der Preis sich langfristig wieder nach oben entwickelt. Tatsächlich liegt der Bitcoin immer noch bei rund 30.000 Euro - mehr als das dreifache von dem, was er vor einem Jahr Wert gewesen war.

    Kommt nun die Zeit der Altcoins?

    Andere setzen wiederum auf Bitcoin-Alternativen: Cardano und zahlreiche andere Kryptowährungen sind oft effizienter und energiesparender als der Krypto-Klassiker Bitcoin. Möglich, dass eine von ihnen den Bitcoin überflügeln kann. Auch möglich, dass die Bitcoin-Community, in der sogenannte Altcoins oft verpönt sind und als unsicher gesehen werden, es schafft, Bitcoin als Standard zu halten. Und dass die Kryptoblase endgültig platzt und Milliarden Dollar für immer vernichtet, auch das ist möglich. Wer sich in die Welt der Blockchain-Spekulationen begibt, der muss auch wissen: Verlieren kann man hier immer.

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