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Bitcoin und Monero gehören zu den bekanntesten Kryptowährungen

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    Von Alt-Coin bis ZCash: Das große Kryptowährung-ABC (Teil 2)

    Bitcoin, Ethereum, Dogecoin: Kryptowährungen boomen. Für viele Otto-Normal-User allerdings ist die Kryptowelt immer noch ein Buch mit Sieben Siegeln. Deswegen klären wir die wichtigsten Begriffe.

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    Von
    • Christian Schiffer

    Was bedeutet Minen, was ist Proof of Work-Konzept, wer ist Tominaga Nakamoto und wozu braucht jeder Krypto-Besitzer eine Wallet - diese und weitere Fragen werden im zweiten Teil des Kryptowährung-ABCs erklärt.

    L – Libertarismus

    Vor allem unter den Anhängern radikal-liberaler Ansichten haben Kryptowährungen viele Anhänger. Das verwundert nicht, versprechen Bitcoin & Co. doch zentrale Entitäten, wie etwa Banken oder Zentralbanken überflüssig zu machen. Manche träumen gar davon, dass Blockchain-Anwendungen irgendwann auch den Staat abschaffen könnten. Klar ist aber auch, dass die Staaten sich zunehmend darum bemühen, Kryptowährungen zu regulieren oder eigene Digital-Währungen zu erschaffen.

    M – wie Minen

    Bitcoin und viele andere Kryptowährungen entstehen durch das sogenannte Mining. Das heißt, um Bitcoins zu erschaffen, führen Rechner komplizierte und energieintensive Rechenoperationen aus. Anfangs konnten sogar Privatanwender Bitcoins minen, doch diese Zeiten sind längst vorbei.

    N – wie NFT

    NFTs (Non-Fungible-Tokens) sind digitale Werke (Musik, Bilder, Software, aber auch Tweets oder Videoclips) die mit Hilfe von kryptographischen Verfahren zu Originalen erklärt werden. Mit NFTs kann auch gehandelt werden. Kürzlich wurde der erste Tweet des Twitter Gründers Jack Dorsey für 2,9 Millionen Dollar verkauft. Vor allem die Kunstwelt erlebt gerade einen regelrechten NFT-Boom.

    O – Obolus

    Eine Obolus muss jeder zahlen, der Kryptowährungen transferiert. Diese sogenannte "Gas-Fee" kann schwanken, je nachdem, wie stark die Blockchain beansprucht wird.

    P - wie Proof of Work

    Bitcoin, aber auch Ethereum basieren auf dem Proof of Work-Konzept. Hierbei wird, vereinfacht gesagt, aus Strom Geld gemacht. Das Problem daran ist der hohe Energieverbrauch, der letztens auch Elon Musk dazu gebracht hat, Bitcoin-Zahlungen für Teslas zu verbieten. Es gibt verschiedene Alternativen zum Proof of Stake-Konzept, etwa Proof of Burn, Proof of Space oder Proof of Time, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Die größten Aussichten Proof of Work zu ersetzen, hat vermutlich das Proof of Stake-Konzept, auf das die Ethereum-Blockchain umgestellt werden soll und welches nur einen Bruchteil der Energie von Proof of Work verbrauchen soll.

    Q – wie Quantencomputer

    Quantencomputer sollen die Welt der IT revolutionieren – irgendwann. Und manche befürchten, dass Quantencomputer so schnell sein könnten, dass sie Verschlüsselungen knacken und die Sicherheit von Blockchains gefährden könnten. Allerdings ist das Betreiben eines Quantencomputers immer noch sehr aufwändig.

    R – wie Regulierung

    Sowohl bei Kryptowährungen, aber auf bei NFTs und Smart Contracs gibt es viele rechtliche und steuerliche Fragen, die ungeklärt sind. Vor allem aber werden Kryptowährung gerne zur Geldwäsche genutzt oder um das Lösegeld nach Angriffen mit Erpressungstrojanern zu bezahlen. Die USA beispielsweise wünscht sich deswegen strengere Vorgaben für Kryptobörsen.

    S – wie Smart Contract

    Smart Contracts sind Computerprotokolle, die Verträge nachbilden und auch gleich kontrollieren, ob diese Verträge eingehalten werden. Smart Contracs können in der Blockchain hinterlegt werden. Solche Smart Contracts kommen zum Beispiel in Warenketten zum Einsatz, um automatisiert Güter zu bestellen und zu bezahlen.

    St - wie Staken

    Staken bedeutet, dass Kryptowährungen zurückgehalten werden und der Besitzer dafür belohnt wird. Man kann zum Beispiel Ethereum staken und bekommt auf der Plattform Kraken 5 bis 7 % Zinsen pro Jahr. Der Nachtteil: Man kann die Einlagen erst einmal nicht umtauschen. Bei anderen Kryptowährungen allerdings kann man über die gestakten Vermögen halbwegs flexibel verfügen.

    T wie Tominaga Nakamoto

    Tominaga Nakamoto war ein japanischer Philosoph und ist möglicherweise die Inspiration für das Pseudonym Satoshi Nakamoto gewesen. Satoshi Nakamoto wiederum gilt als Erfinder des Bitcoins. Wer sich hinter Satoshi Nakamoto verbirgt, das ist eines der größten Mysterien unserer Zeit. Unter anderem wird spekuliert, dass Satoshi Nakamoto längst tot ist oder dass es sich eigentlich um eine ganze Gruppe handelt.

    U – wie Ubisoft

    Ubisoft ist eines der größten Computerspiel-Unternehmen der Welt. Kürzlich hat Ubisoft angekündigt mit der Tezos-Blockchain zusammenarbeiten zu wollen. Für die Spieleindustrie ist die Blockchain-Technologie auch deswegen interessant, weil hier ohnehin schon viel mit digitalen Gütern gehandelt wird.

    V – verlieren

    Vergessene Passwörter, verlorene USB-Sticks: Man schätzt, dass etwa 20 % aller existierenden Bitcoins verloren gegangen oder nicht mehr zugänglich sind. Wer mit Kryptowährungen handelt, sollte die Paraphrase zu seiner Wallet an einem sicheren Ort aufbewahren. Es kann darüber hinaus auch sinnvoll sein, die Worte auf Alu-Platten einzustanzen, damit sie einen Hausbrand überstehen.

    W – Wallet

    Die Wallet ist der Geldbeutel, in dem man seine Kryptowährungen aufbewahrt. Mittlerweile ist die eigene Wallet aber auch der Zugangspunkt zu allerlei dezentralisierten Finanzmärkten (DeFi). Es ist gut möglich, dass die Wallet in Zukunft an Bedeutung gewinnt, auch über die reine Geldbeutelfunktion hinaus. Manche Experten sprechen bereits von einem Web 3.0 mit der eigenen Wallet als zentraler Knotenpunkt.

    X wie – XRP

    XRP ist das Kürzel für die Kryptowährung "Ripple", eine Kryptowährung die bereits seit 2012 existiert. Das Unternehmen, welche Ripple betreibt, will demnächst an die Börse gehen.

    Z- wie ZCash

    Die Kryptowährung ZCash wurde 2016 ins Leben gerufen und soll besonders privatsphärefreundlich sein. Denn entgegen der landläufigen Meinung sind Überweisungen per Bitcoin keineswegs anonym, sondern nur pseudonym. Das heißt: Sie lassen sich zurückverfolgen und die Blockchain vergisst nichts.

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