BR24 Logo
BR24 Logo
BR24 - Hier ist Bayern
Menschen protestieren vor dem Supreme Court in Washington D.C. für ein Recht auf Abtreibung.

Menschen protestieren vor dem Supreme Court in Washington D.C. für ein Recht auf Abtreibung.

Bildrechte: dpa-Bildfunk/Alex Brandon
Per Mail sharen

    Könnten US-Abtreibungsgegner Google als Waffe nutzen?

    Die USA steht vor einem wegweisenden Supreme-Court-Entscheid: Abtreibungen könnten in vielen Staaten wieder illegal werden. US-Demokraten fordern von Google daher nun ein Umdenken bei der Datennutzung.

    Von
    Thomas MoßburgerThomas Moßburger
    Per Mail sharen

    Bald soll es soweit sein: Der Supreme Court der USA will erneut über „Roe v. Wade“ entscheiden. So bezeichnet man das seit fast 50 Jahren gültige Grundsatzurteil zu Abtreibungen in den USA. Ein Leak zeigte kürzlich: Die Zeiten stehen wohl auf Veränderung.

    Würde „Roe v. Wade“ gekippt, würden in vielen konservativen Staaten das Recht auf Abtreibung wieder deutlich eingeschränkt oder teilweise komplett abgeschafft. Betroffenen Frauen würde wohl Strafverfolgung drohen. Nutzerinnen von Android-Handys sind wohl besonders gefährdet, heißt es in einem offener Brief von US-Demokraten an Google.

    Verfolgung von Abtreibung dank Google?

    Demnach sammle Google sehr viele Location-Daten, wenn seine Nutzer unterwegs seien – unabhängig davon, ob die User eine bestimmte App wie Google Maps geöffnet habe oder nicht. Apple tut das laut dem Brief nicht in gleicher Form. Diese von Google gesammelten Daten seien jedoch nicht nur geschäftlich interessant, sondern auch für Ermittlungsbehörden.

    Schon jetzt fragen US-Behörden immer wieder bei Google nach Standortdaten von Nutzern an. Und das nicht nur Nutzer- sondern auch Standort-basiert, sogenanntes „geofencing“. Ermittler fordern dann von Google etwa herauszugeben, welche Nutzer zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort waren.

    Google als "Waffe gegen Frauen"

    So ein Ort könnte auch eine Abtreibungsklinik sein. Experten halten es laut „Guardian“ für denkbar, dass nicht nur Abtreibungen selbst, sondern auch das Reisen in andere Staaten zu diesem Zweck strafbar gemacht werden könnten. Auch hier könnten Googles Daten dann bei der Verfolgung helfen.

    Die Demokraten fordern Google daher dazu, auf seine Datensammel-Praktiken zu reformieren und keine „unnötigen“ Standort-Daten mehr zu sammeln und keine Bewegungsprofile mehr anzulegen. „Google kann nicht erlauben, dass seine auf Onlinewerbung fokussierte digitale Infrastruktur als Waffe gegen Frauen eingesetzt wird“, so der von US-Senator Ron Wyden initiierte Brief, den auch berühmte US-Demokraten wie Bernie Sanders, Elizabeth Warren, Cory Booker und Alexandria Ocasio-Cortez unterschrieben haben.

    Google antwortete zunächst nicht auf die Anfragen diverser US-Medien zu dem offenen Brief.

    "Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

    Schlagwörter