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Pornhub ist die vermutlich bekanntest Erotik-Seite der Welt.

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    Klage gegen Pornhub-Betreiber MindGeek

    Vergewaltigung, Sex mit Minderjährigen, sexuelle Gewalt – davon soll die Pornowebseite Pornhub profitiert haben. Die Firma, die die Seite betreibt, hält dagegen und spricht von einem politisch motivierten Krieg gegen die Pornoindustrie.

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    Von
    • Katharina Wilhelm

    „Jeder konnte alles von mir sehen, in einem sehr privaten Moment“. Unter Tränen berichtet eine Frau im US-Nachrichtensender CBS davon, dass ihr Ex-Mann sie unwissentlich beim Sex gefilmt und die Szenen bei der Pornowebseite Pornhub hochgeladen hat. Als sie davon erfährt und die Betreiber bittet, das Video von der Seite zu nehmen, hätten diese ihr erst nicht geglaubt. Am Ende dauert es Tage, bis das Video verschwindet, nur um als Kopie später auf anderen Webseiten wieder aufzutauchen.

    Anwalt: "Pornhub weist kriminelle Strukturen auf"

    Es ist die Geschichte einer von insgesamt 34 Frauen, die fast alle anonym bleiben wollen. Sie haben eines gemeinsam: sie werfen der Betreiberfirma von Pornhub, MindGeek vor, von Videos zu profitieren, die nicht-einvernehmlichen Sex zeigen oder ohne Zustimmung hochgeladen wurden. Die Anwaltsfirma Brown Rudnick, die die Klägerinnen vertritt sagt, MindGeek mache wissentlich mit Videos Geld, die Vergewaltigung, sexuelle Ausbeutung von Kindern oder Rachepornos zeigen, das Unternehmen weise regelrecht kriminelle Strukturen auf. Michael Bowe, einer der Anwälte sagt, es gehe um Schadenersatz, aber auch darum sicher zu stellen, dass die Bilder seiner Klientinnen, nicht weiter ausgebeutet werden.

    Seit Monaten Vorwürfe gegen MindGeek

    Es ist nicht das erste Mal, dass MindGeek mit schweren Vorwürfen konfrontiert wird. Eine Recherche der New York Times aus dem Dezember 2020 hatte dem Pornovideoportal ebenfalls vorgeworfen, zu wenig gegen Videos mit sexueller Gewalt bis hin zu Kinderpornografie vorzugehen. Jährlich seien etwa 8,6 Millionen Videos betroffen. Als Konsequenz hatten die Bezahldienste Mastercard und Visa die Zusammenarbeit mit Pornhub eingestellt.

    Im Mai 2021 hatten sich 700 Frauen in Kanada an die Regierung gewandt und eine Untersuchung von Pornhub gefordert. Am Donnerstag wurde ein Bericht der Ethikkomission im kanadischen Parlament vorgelegt und empfohlen, schärfere Regel für die Pornoseitenbetreiber durchzusetzen.

    Mit der Klage in Los Angeles wächst der Druck auch auf der US-Seite gegen das Unternehmen. Und das in einem Klima, indem große Tech und Social-Media Konzerne mehr denn je unter Beobachtung stehen.

    MindGeek: Wie tolerieren keine illegalen Inhalte

    MindGeek ist eine kanadische Firma mit Büros unter anderem in Los Angeles, Montreal und Luxemburg. Auf ARD-Anfrage antwortete das Unternehmen, dass Pornhub „keine illegalen Inhalte toleriere“ und die Vorwürfe untersuche. Doch wittert man eine politische Agenda hinter der Klage. Der Anwalt Michael Bowe, der auch schon Ex-US-Präsident Donald Trump oder den konservativen Politiker Sean Spicer vertreten hat, sei ein „Soldat des ultrarechten Flügels, der die Pornoindustrie stilllegen will“.

    Pornhub hat sich im letzen Jahr neue Regeln gegeben

    Das Unternehmen verweist darauf, dass es selbst strengen Richtlinien folge, beispielsweise nur verifizierte Nutzer Videos hochladen dürfen. Diese neue Regelung war aber erst nach der Recherche der New York Times implementiert worden. Zudem arbeite man mit zahlreichen Organisationen weltweit zusammen, die Pornhub auf kritische Inhalte aufmerksam machen sollen, in Deutschland sei dies MindGeek zufolge der Verband der Internetwirtschaft Eco.

    Pornhub versucht nach eigenen Angaben, illegale Videos aus dem Netz dauerhaft zu löschen. Auch mittels eines technischen Fingerabdrucks, der sicherstellen soll, dass ein gelöschtes Video nicht immer wieder neu hochgeladen werden kann. Doch Recherchen, unter anderem des Online-Magazins Vice zeigten: die Technologie kann leicht umgangen werden.

    Für die Betroffenen, die nicht an den Videos verdienen, sondern im Gegenteil oft ein lebenslanges Trauma davontragen heißt, das bittererweise meist: was einmal im Netz ist, bleibt auch dort.

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