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Kinder-Wikipedia goes English | BR24

© Ziko/Wikimedia Commons (CC-BY-SA-4.0)

Warum eigentlich keine Wikipedia für Kinder? Aus dieser Frage entstand das "Klexikon" - jetzt kommt es auch im englischsprachigen Raum.

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Kinder-Wikipedia goes English

Eine Wikipedia für Kids - das fehlte irgendwie. Vor einigen Jahren wurde dann das "Klexikon" ins Leben gerufen, mit heute fast 3.000 Artikeln. Jetzt tritt die "Kinder-Wikipedia" ihre Reise in den englischsprachigen Raum an. Wie wird sie angenommen?

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Vor gut fünf Jahren hat der in Berlin lebende Journalist Michael Schulte gemeinsam mit Wikimedia Deutschland das Kinderlexikon "Klexikon" ins Leben gerufen. Inzwischen gibt es für die deutsche Ausgabe über 2.700 Artikel und jährlich mehr als vier Millionen Visits.

Mit dem Freund einen Text für geschrieben

Nun soll es auch eine englische Sprachversion geben. Der Startschuss erfolgt in den USA, an der internationalen deutschen Schule in Emeryville - nur wenige Kilometer östlich von San Francisco im Norden Kaliforniens.

Der elfjährige Oliver hat sich einen Artikel über Haie vorgenommen. Schließlich liege die Bucht von San Francisco nur wenige Meter entfernt und dort würden Menge Haie schwimmen, erzählt der Fünftklässler.

"Ich habe einen Artikel über Haie geschrieben. Ich habe ihn vom Englischen übersetzt. Mein Freund hat eine Hälfte von dem Text geschrieben und ich habe die andere geschrieben." Schüler Oliver

"Man kann nicht einfach Fachwörter benutzen"

In den kommenden Stunden wird auch Olivers Artikel Online gehen. Dann gibt es nicht nur einen kindgerechten Eintrag zum Thema auf deutsch, sondern auch eine englische Sprachversion.

"Der Artikel darf nicht zu kompliziert sein", sagt Oliver. "Man kann nicht einfach Fachwörter benutzen. Man muss leichte Wörter verwenden - Sachen, die leicht zu verstehen sind. Und vielleicht auch Bilder und große Schrift."

Tysons Artikel über das Weiße Haus

Zu den Autoren von Klexikon gehört auch Tyson, der bereits die sechste Klasse an der deutschen Schule besucht. Er hat einen Artikel über das Weiße Haus verfasst. Der deutsch-Amerikaner hat dabei gelernt, dass man auch mal Sachen weglassen muss, damit andere Kinder den Text besser verstehen können.

"Wikipedia ist schon ziemlich hart, wenn man dort alles durchzulesen will. Da sind so viele Informationen drin. Man braucht nicht alles. Man muss aber immer den ganzen Text durchlesen, um kleine Sachen rauszufinden." Schüler Tyson

Tyson Klassenlehrerin an der East Bay German international School, Claudia Müller, pflichtet ihrem Schüler bei:

"Das Schreiben von Artikeln schult natürlich sprachliche Fertigkeiten der Schüler ungemein. Das heißt, damit decken wir eine ganze Bandbreite von Fertigkeiten Fähigkeiten und Bedürfnissen ab, die wir gerne im Unterricht anwenden und einbinden wollen." Claudia Müller, Klassenlehrerin

Bis Februar sollen an der bilingualen deutschen Schule nahe San Francisco nun weitere 50 bis 100 Artikel übersetzt und online veröffentlicht werden.

Immer mehr Schulen wollen mitmachen

Der Mitgründer der Online-Enzyklopädie für Kinder ist der Berliner Journalist Michael Schulte. Er hat das Klexikon vor fünf Jahren mit Unterstützung von Wikipedia gestartet. Jetzt ist er nach Kalifornien gereist, um dort das Kinderlexikon auch auf englisch voranzutreiben. Basis sind die gut 2.700 deutsche Klexikon-Artikel. "Die sollen erst einmal die Basis dafür sein für englischsprachige Artikel", sagt Schulte.

"Man kann sozusagen die Fakten übernehmen und kann sie komplett übersetzen. Das erproben wir gerade da. Für uns stellt sich die Frage, wie viel kann man aus dem Deutschen übertragen, wie viel muss man ändern, wenn man es für die englische Sprache aufbereitet." Michael Schulte, Mitgründer von "Klexikon"

Im nächsten Jahr wollen weitere deutsche Schulen in den USA und Großbritannien mit ihren Schülern am Klexikon mitarbeiten. Für den Rektor der deutschen Schule in der East Bay von San Francisco, Michael Walter, hat sich das Engagement bereits gelohnt. Denn die Schüler würden sich in beiden Sprachen und Kulturen auskennen. Damit könnten sie auf ein Wissen zurückgreifen, das er als Lehrer so nicht habe.