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Killers Security: Zombies sterben nicht | BR24

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Achim Killer

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    Killers Security: Zombies sterben nicht

    In den Online-Nachrichten berichtet Achim Killer über Emotet. Das Zombie-Netz ist zwar ausgehoben. Aber Zombies sterben ja nicht. Emotet wird wiederkommen. Und deshalb gelten die einschlägigen Sicherheitsregeln weiter: Updates! Backup! Und Vorsicht!

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    • Achim Killer

    So, jetzt haben sie ihn endlich abgeklemmt, den Emotet, das übelste digitale Ungeziefer des ganzen Cyberspace. Polizisten unter anderem in Deutschland, den USA und der Ukraine haben diese Woche Hunderte von Servern übernommen, mit denen kriminelle Zombie-Hirten den Emotet ferngesteuert haben. Und dann haben sie ihm erst einmal „Quarantäne“ verordnet, wie es nennen. Also die Polizei hat den Emotet auf infizierten Rechnern isoliert. Die Besitzer der Rechner bekommen dieser Tage Mails von ihren Internet-Providern, in denen steht, was jetzt noch zu tun ist. Das Happy End einer langen digitalen Gruselgeschichte.

    Emotet kommt wieder

    Aber nur ein vorläufiges. Zombies sterben schließlich nicht. Und etliche Kriminelle haben ganz bestimmt Backups vom Quellcode, so dass der Emotet sicherlich bald wieder auftauchen wird. Vielleicht wird man ihn dann anders nennen. Aber er wird das gleiche machen: sich per Mail verbreiten, meist als Makrovirus in einer angehängten Word-Datei. Dann wird er den infizierten Rechner fachmännisch ausweiden, alles an die Zombie-Hirten schicken, was sich zu Geld machen lässt, Zugangsdaten fürs Online-Banking beispielsweise. Und schließlich wird er Dateien verschlüsseln, um noch’n par Bitcoins zu erpressen.

    Wolpertinger im Cyberspace

    So funktionieren die meisten großen Malware-Systeme heute. Sie sind wie Wolpertinger, die Phantasie-Figuren, die man in Bayern gerne Touristen aus Norddeutschland andreht, ein bisschen Computerwurm, ein bisschen Makrovirus, Pferd, trojanisches Pferd, und Zombie. Wegen des Verschlüsselungstrojaners sollte man regelmäßig Backups seiner Dateien ziehen. Ein Anti-Viren-Programm braucht man – ist bei Windows dabei, der Defender. Und man muss den rechten Zeigefinger stillhalten können, darf nicht jede Mail gleich anklicken, auch wenn einen der Betreff noch so erschreckt. – Und garantiert werden sich demnächst Cyberkriminelle auch als Polizei oder Internet-Provider ausgeben und vermeintliche Warn-Mails vor Emotet verschicken – mit vielleicht einem Emotet 2.0 im Anhang.

    Sicherheits-Updates

    Seine Software muss man noch regelmäßig auf den aktuellen Sicherheitsstand bringen – so die das nicht von selber macht. In dem Zusammenhang: Diese Woche gibt’s Updates für den Feuerfuchs und den Donnervogel, Browser und Mail-Programm von der Mozilla-Stiftung. Mit dem Firefox Nummer 85 und dem Thunderbird 78.7 ist man vorerst wieder sicher.

    Die Probleme des Superusers

    Und Linux – da gibt’s zwar kaum Schadsoftware für, aber Sicherheitslücken, durch die die schlüpfen kann, wenn sie’s denn doch gibt. „sudo“ heißt der Befehl, den jeder Linux-Nutzer kennt, übersetzt etwa: „Jetzt ist der Superuser dran“, der der bei Linux alles darf. Und in sudo ist ein gefährliches Loch entdeckt worden. Muss man schleunigst das Sicherheits-Update installieren für seine entsprechende Linux-Version. Übrigens für Einsteiger besonders geeignet ist Ubuntu.

    Weitere Ausgaben von Killer's Security finden Sie hier.

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