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Achim Killer
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Einen trolldreisten Trick haben sich einige Cyberkriminelle einfallen lassen: Sie haben den Statistik-Dienstleister Statcounter gehackt. Der zählt, wie viel Surfer bei einer Site vorbeikommen. Dazu wird ein kleines Stückchen Programmcode eingebaut. Und das haben die Kriminellen verändert – mit der Folge, dass Bitcoin-Besitzer, die auf der Internet-Plattform gate.io damit handeln wollten, ihr Krypto-Geld an falsche Adressen überwiesen haben – die der Gauner. Krypto-Geld stehlen, das ist High-Tech-Kriminalität.

Krypto-Verluste

Wobei: Was ist der Diebstahl von Krypto-Geld gegen das Emittieren von Krypto-Geld. Das machen ja viele Start-ups. Sie verschaffen sich Kapital, indem sie Krypto-Geld oder -Aktien herausgeben. über 4 Milliarden Dollar haben sie auf diese Weise im letzten Jahr eingenommen. Und Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young haben sich mal angeschaut, was aus dem Geld geworden ist. Ergebnis: Die im letzten Jahr ausgegebenen Unternehmensanteile haben allein 2018 zwei Drittel ihres Werts verloren. Es ist kaum noch was da. Wer in dem Geschäft mitmischen will, der braucht ausgewiesenes Expertenwissen, gute Nerven und viel Geld. Alle anderen sollten die Finger davon lassen.

Update-Manager...

Was altmodische Computer-Nutzer ja so richtig nervt, ist, wenn ein PC macht, was er will, und nicht das, was man ihm sagt. Windows 10 beispielsweise, das lädt ohne zu fragen Updates herunter und installiert sie. Gut Updates sind wichtig wegen der Sicherheit. Allerdings, dass ein Rechner sich nicht vom Installieren abhalten lässt, wenn man das will, das ist das genaue Gegenteil von Sicherheit – etwa, wenn Microsoft mal wieder gepfuscht und einen Patch ins Netz gestellt hat, der den Rechner abstützen lässt. Aber jetzt gibt’s ein Tool, das Windows 10 beibringt, dass der Chef der ist, der vorm Bildschirm sitzt. Windows Update Manager nennt es sich. Damit kann man ganz genau einstellen, welche Updates installiert werden sollen und welche nicht. Von chip.de kann man‘s herunterladen.

... versus automatische Updates

Also das ist ein Tool für Leute, die die Kontrolle über ihren PC haben wollen und sich auch die entsprechende Zeit dafür nehmen. Für die, die’s vor allem bequem möchten, für die ist es sehr in Ordnung, wenn Windows selbständig Updates installiert.

Smartphone-Gehirn

Ein neuer Supercomputer hat diese Woche wieder das Rechnen angefangen. Ein ganz, ein besonderer. SpiNNaker heißt er – Spiking Neural Network, pulsierendes neuronales Netz. Also er soll Teile des menschlichen Gehirns simulieren. An der Uni Manchester steht er und rechnet mit ARM-Prozessoren – wie ein Smartphone, bloß mit sehr viel mehr: eine Million Prozessorkerne hat er für den Anfang bekommen. Und es werden laufend neue Chips eingebaut, weil: Er soll mal eine Milliarde menschlicher Gehirnzellen simulieren. Ein äußerst ambitioniertes Projekt. Und die eine Milliarde wäre trotzdem bloß ein kleiner Teil eines wirklichen Gehirns, denn das besteht aus weit über 80 Milliarden Nervenzellen. Also: Jeder hat einen Supercomputer, einen mächtigeren als er in irgendwelchen Rechenzentren herumsteht: der zwischen den Ohren.

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B5 Online-Nachrichten vom 10.11.2018 - 07:05 Uhr