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Killer’s Security: Wannacry 2.0 | BR24

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Achim Killer

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Killer’s Security: Wannacry 2.0

Über den großen Patchday bei Microsoft berichtet Achim Killer hier in den Online-Nachrichten. Diesmal sind nicht nur kleine Sicherheitslücken geschlossen worden, sondern auch ein Scheunentor. Selbst das alte Windows XP kriegt noch einen Flicken.

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Patchday

Windows 10 macht das ja eh alles alleine - holt sich die Sicherheits-Updates automatisch, ohne dass man selber viel dran drehen könnte. Trotzdem diesmal war’s ein sensationeller Patchday:

Seit Dienstag verteilt Microsoft einen ganz dicken Sicherheits-Flicken. Der muss unbedingt installiert werden, sagt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, sonst könnte ein zweites Wannacry drohen.

Wannacry – das war der Computerwurm von vor zwei Jahren, der Krankenhäuser in Großbritannien, Tankstellen in China und in Deutschland die Anzeigetafeln der Deutschen Bundesbahn funktionsunfähig gemacht hat. Windows 10 holt sich, wie gesagt, das Sicherheits-Update, das sowas verhindern soll, automatisch. Windows 7, wenn es entsprechend eingestellt ist, auch. Aber es gibt sogar noch einen Patch für Windows XP. Daran kann man sehen, wie gefährlich die Sache ist. XP wird ja ansonsten nicht mehr geflickt. Für XP muss man den Patch aus dem Update-Katalog von Microsoft aus dem Netz holen.

Ursache des Sicherheitsproblems ist, dass Microsoft das RDP, das Remote Desktop Protocol, nicht in den Griff bekommt. Über RDP greifen beispielsweise Service-Techniker übers Internet auf Computer zu, die sie reparieren sollen.

Man kann diese Fernzugriffsmöglichkeit ja einfach mal deaktivieren, solange bis die bei Microsoft das Problem endgültig gelöst haben. Über Systemsteuerung/System geht das. Da muss man ein Kästen suchen, an dem steht „Remoteunterstützungsverbindungen mit diesem Computer zulassen“, und da dann das Häkchen wegnehmen.

Sprachassistenten und richtige Menschen

Was Alexa, Siri und der Assistant im Smart Home so an Gesprächsfetzen aufschnappen und aufzeichnen, das ist in den Laboratorien von Amazon, Apple und Google auch teilweise von richtigen Menschen abgehört worden, um die Technik weiterzuentwickeln, die Umsetzung von gesprochener in geschriebene Sprache. Die Aufregung darüber zieht sich seit Wochen hin, weil die Konzerne versucht haben, diese großangelegte Abhöraktion zu verheimlichen.

Jetzt ist die Runde komplett. Diese ist Woche ist Facebook dazugekommen. Der Konzern hat die automatisierte Niederschrift von Messenger-Telefonaten durch – wahrscheinlich schlecht bezahlte – Menschen überprüfen lassen. Das habe man jetzt eingestellt, sagt Facebook.

Nanny der iPhone-User

Und jetzt das Letzte: Apple ist ja ein Konzern, der sehr darauf achtet, dass es immer schicklich zugeht. Nacktes ist im Appstore nicht zu finden – weder aus Gründen der Lust, noch aus medizinischen. Und auch keine Satire-Apps, weil die eventuell zu inadäquatem Lachen anregen könnten. Jetzt hat die Nanny unter den Handy-Bauern sich was Neues einfallen lassen. Die Handschriftenerkennung der nächsten Betriebssystemversion iOS 13 wird vulgäre Ausdrücke systematisch übersehen. Das berichten Beta-Tester.

Wer ein Android-Handy hat, hingegen, der kann dem weiterhin problemlos sagen: „F... you, Google oder Apple oder Microsoft.” Android versteht das.

Weitere Ausgaben von Killer's Security finden Sie hier.