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Killer’s Security: Überwachungs-Software | BR24

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In den Online-Nachrichten berichtet Achim Killer über staatliche Überwachungs-Software. Über Gesichtserkennung wird weltweit diskutiert.

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    Killer’s Security: Überwachungs-Software

    In den Online-Nachrichten berichtet Achim Killer über staatliche Überwachungs-Software. Über Gesichtserkennungs-Programme wird weltweit diskutiert. Und der deutsche Verfassungsschutz soll einen Staatstrojaner bekommen.

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    Um Gesichtserkennungs-Software im Dienst der Polizei wird derzeit weltweit gestritten. So beliefert nach dem Tod von George Floyd Amazon die US-Polizei erst einmal nicht mehr mit seinem Biometrie-Programm. Die Polizei verfügt allerdings noch über andere Software, wahrscheinlich auch die der umstrittensten Firma auf diesem Gebiet: Clearview AI (AI = künstliche Intelligenz).

    Clearview hat einfach mal so, mir nichts, dir nichts öffentlich zugängliche Bilder in sozialen Netzwerken kopiert und deshalb eine besonders große Datenbasis für seine Überwachungs-Software. Man muss sich also nichts mehr zuschulden kommen lassen, um erkennungsdienstlich erfasst zu werden. Ein Selfie im Social Web reicht, und man ist drin in allen möglichen Polizei-Computern. Die Konferenz der europäischen Datenschutz-Beauftragten hat unterdessen klargelegt, dass der Einsatz von Clearview in der EU nicht zulässig ist.

    Kryptotrojaner mit neuen Tricks

    Seit nunmehr zehn Jahren kursiert Ransomware, Erpresser-Software, ungefähr so lang, wie es den Bitcoin gibt. Und das ist kein Zufall. Ransomware verschlüsselt Dateien und verlangt für die Entschlüsselung Lösegeld. Lösegeld muss übergeben werden. Und das ist – man kennt es von Krimis – gefährlich für die Erpresser, aber mit Bitcoins halt kein Problem. Ein Jahrzehnt digitale Erpressung. Jetzt haben sich die Gauner was Neues einfallen lassen. Sie verschlüsseln nicht nur Dateien, sondern kopieren auch welche und stellen sie ins Netz, solche, bei denen das peinlich ist, also von infizierten Unternehmensrechnern Kundendaten. „Public Shaming“ nennt sich das, quasi eine öffentliche Blamage für die Opfer. Ist ein Trend im Cybercrime. Und für Opfer der Ransomware STOP Djvu haben sich einige Gangster was ganz besonders Fieses einfallen lassen: ein angebliches Entschlüsselungs-Tool, um die Daten zu retten, kursiert im Netz, entschlüsselt aber nicht, sondern verschlüsselt ein zweites Mal. Die Opfer sollen so gleich doppelt abkassiert werden. Man muss also auch bei Entschlüsselungs-Tools aufpassen, von wo man sie runterlädt.

    Nomoreransom.org und Id-ransomware.malwarehunterteam.com sind gute und seriöse Adressen. Noch besser ist es allerdings, regelmäßig Back-up zu ziehen.

    Ein Programm-Tipp:

    „Also ich glaube, der entscheidende Punkt an dieser staatlichen Schnüffel-Software ist die Tatsache, dass man weit über das gesetzlich erlaubte hinausgegangen ist.“

    So im Jahr 2011 Constanze Kurz, die Sprecherin des Chaos Computer Clubs. Der hat damals ein Stück Überwachungs-Software entdeckt, das die bayerische Polizei eingesetzt hatte, den Staatstrojaner. Quellen-Telekommunikationsüberwachung heißt er offiziell. War juristisch nicht korrekt, dieser Einsatz seinerzeit, wie sich später herausgestellt hat. Jetzt soll ein neuer Staatstrojaner losgelassen werden, diesmal vom Verfassungsschutz. Darauf hat sich die Koalition in Berlin geeinigt. Ein Thema im Computermagazin – am Sonntag, um 16:35 und um 20:35 Uhr auf B5.

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