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Achim Killer

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    Killer’s Security: Trojaner im Staatsdienst

    In den Online-Nachrichten berichtet Achim Killer über den staatlichen Einsatz von Schadsoftware: Der Staatstrojaner steht vor dem Bundesverfassungsgericht. Und der halbstaatliche Pegasus grast derweil Politiker-Handys ab.

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    • Achim Killer

    Govware, Schad-Software im staatlichen Einsatz, hat es diese Woche in die Schlagzeilen gebracht: Der Staatstrojaner. Was der macht, nennt sich „Quellentelekommunikationsüberwachung“, also er überwacht die Kommunikation an der Quelle, direkt auf dem Handy, bevor die Daten vor der Übermittlung über’s Mobilfunknetz verschlüsselt werden. So will die Polizei Verdächtige abhören. Und die Polizei-Aufgabe-Gesetze einiger Bundesländer erlauben ihr das. Gegen das von Baden-Württemberg hat unter anderem der Chaos Computer Club geklagt – vorm Bundesverfassungsgericht, aber jetzt verloren - aus mehreren formalen Gründen. Die Kläger freuen sich trotzdem, weil das Gericht in seinem Urteil darauf hingewiesen hat, wie gefährlich so ein Staatstrojaner eigentlich ist. Der kann ja nicht einfach so auf ein fremdes Handy. Der braucht eine Lücke, eine Sicherheitslücke, durch die er sich quetscht. Solche Lücken gehören gestopft, sagt das Bundesverfassungsgericht. Die Polizei aber will ihre Trojaner durchlassen. – Ist noch nicht zuende, die Angelegenheit. In Karlsruhe sind noch einige Klagen gegen den Staatstrojaner anhängig.

    Halbstaatlicher Trojaner geht durch

    Die andere Govware ist Pegasus, auch ein Pferd, ein trojanisches – von der israelischen NSO Group, vom Hoflieferanten der dortigen Geheimdienste. Pegasus kann ein bisschen mehr als der deutsche Staatstrojaner. Und da ist jetzt ein Liste mit 50.000 Leuten aufgetaucht, die von Pegasus-Usern überwacht worden sein sollen, die üblichen: Menschenrechtler, Oppositionsnelle, Journalisten und Staatsmänner. Auch die Handynummer vom französischen Präsidenten steht auf der Liste. Gibt es in vielen Ländern, Firmen, die Govware programmieren. Das Überwachungsprogramm Finfisher beispielsweise wird von einer Münchner Firma entwickelt. Gemeinsam ist diesen Firmen, dass sie gelegentlich von Aktivisten gehackt werden, oder Whistleblower stechen was durch. Und dann geraten die Firmen in den Verdacht, auch Diktatoren zu beliefern, Saudi Arabien etwa im aktuellen Fall der NSO. Und dann gibt es einen Skandal. In Italien beispielsweise gab’s bis vor kurzem das so genannte Hacking Team, dem ist dann aber nach so einem Skandal die Lizenz für seine gefährlichen digitalen Schädlinge entzogen worden.

    Update für iPhone-Betriebssystem

    Eine neue iOS-Version gibt’s, die Version 14.7 des Betriebssystems für iPhones. Wegen Pegasus sollten gerade iPhone-User ihr System aktuell halten, weil: Der Pegasus grast mit Vorliebe auf iPhones Daten ab, ist wohl ursprünglich auch dafür geschrieben worden. Und in älteren Betriebssystemversionen hat es Lücken gegeben, durch die er hat durchschlüpfen können, wobei man sich wegen Pegasus keine allzu großen Sorgen machen muss. Das fiese Stück ist viel teuer, um es gegen gewöhnliche User einzusetzen. Aber es gibt ja noch anderes digitale Ungeziefer.

    Weitere Ausgaben von Killer's Security finden Sie hier.

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