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Achim Killer

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    Killer’s Security: Systematischer Leichtsinn

    In den Online-Nachrichten berichtet Achim Killer über LinkedIn. Persönliche Daten fast aller Nutzer des Karriere-Netzwerks werden aktuell im Darknet zum Kauf angeboten. Wahrscheinlich war es kein Hack, sondern systematischer Leichtsinn.

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    • Achim Killer

    TomLine ist ein ganz schlimmer Finger. Jemand, der sich so nennt, bietet im Darknet persönliche Daten von 700 Millionen Usern des Karriere-Netzwerks LinkedIn an – also von fast allen. Könnte wieder so ein Skandalhack sein, wobei LinkedIn sagt, das sei es nicht. Es seien nur auf LinkedIn öffentliche Daten abgegriffen und mit sehr sensiblen angereichert worden, die aber nicht aus dem Karriere-Netzwerk stammten. Scraping nennt sich das, wenn ein Computer automatisiert Daten aus sozialen Netzen scrapt, zusammenkratzt. Doxing ist sowas Ähnliches - wie vor zweieinhalb Jahren, als ein Youngster aus Deutschland meist öffentlich zugängliche Docs, Dokumente, von hiesigen Prominenten zusammengetragen und veröffentlicht hat. Scraping, Doxing – so ein richtiges Hacking braucht’s überhaupt nicht bei extrovertierten Leuten im Web.

    Pop-ups und Zahlungsaufforderungen

    Die Kriminalpolizei warnt vor Abofallen im Netz. Ein Werbebanner poppt auf: Man könne kostenlos Filme schauen. Registrieren müsse man sich dazu halt: Adresse, Mail, Telefonnummer. Funktioniert dann aber nicht. Man vergisst’s. Und was die meisten bei der Registrierung übersehen haben, ist, dass da nur von 5 Tagen mit kostenlosen Filmen die Rede ist, und dass dann ein teures Jahresabo beginnen würde. Eine aktuelle Betrugsmasche. Die Polizei rät, sich von aggressiven Zahlungsforderungen nicht einschüchtern zu lassen und Anzeige zu erstatten.

    Championsleague der Zahlenfresser

    Eine Pflichtmeldung, die zu hören, aber wohl für jeden echten Nerd eine Lust ist: Eine neue Top 500 gibt’s, eine aktualisierte Liste der stärksten Supercomputer der Welt. Die rechnen echt was weg: Fast eine halbe Trillion schwierige Aufgaben der stärkste – pro Sekunde versteht sich. FlOPS, Floating Operations per Second, Gleitkomma-Berechnungen pro Sekunde. Die mächtigsten deutschen Zahlenfresser stehen wie üblich in Jülich, Stuttgart und Garching. 44 Billiarden FlOPS schafft der in Jülich, knapp die Hälfte der SuperMUC in Garching, Platz 17 weltweit. Ja, es gibt schnellere. Aber auch mit seinen derzeit 20 Peta-FlOPS lässt sich was machen, beispielsweise nachrechnen, was in den 13,8 Milliarden Jahren nach dem Urknall so passiert ist.

    Es gibt sie noch, richtige Computer, möchte man da sagen, nicht bloß smarte Telefone. Andererseits werden in Supercomputern immer mehr Prozessoren von ARM verbaut, also eigentlich Handy-Chips, damit sie nicht so viel Strom brauchen, und Grafik-Prozessoren, damit sie lernen können und künstlich intelligent werden.

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    Weitere Ausgaben von Killer's Security finden Sie hier.