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Killer’s Security: SIM-Karten-Betrug | BR24

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Killer’s Security: SIM-Karten-Betrug

Jugendkriminalität im Cyberspace: Youngsters ergaunern SIM-Karten und beklauen damit Krypto-Miner. Manchmal erwischt es auch arglose Online-Banking-Kunden.

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Von wegen gefällt mir: Dem Bundeskartellamt gefällt das gar nicht, was Facebook so treibt mit seinen Gefällt-mir-Buttons. Die baut ja fast jeder Web-Site-Betreiber auf seinen Seiten ein. Und deshalb weiß Facebook nicht nur, was man auf Facebook treibt, sondern auch was sonst noch im Web. Meist genügt es, an einer Site bloß vorbeizusurfen, und schon bekommt Facebook das mit. Der Surfer bezahlt halt mit seinen Daten. Aber im Falle von Facebook zu viel, findet das Bundeskartellamt und hat dem Konzern diese Art der Datensammelei untersagt, weil Facebook ja eine Art Monopol habe. Monopole zu verhindern, ist Aufgabe des Kartellamts. Und wenn das nicht klappt, dann wenigstens verhindern, dass ein Monopol Monopolpreise verlangt – in Geld oder in Daten. Die Top-Meldung dieser Woche aus dem Cyberspace.

10 Jahre Haft für SIM-Swapper

In den USA muss ein 20-Jähriger für zehn Jahre ins Gefängnis. Ein kalifornisches Gericht hat ihn dazu verurteilt – wegen SIM-Swappings. Das ist eine aktuell grassierende Form von Jugendkriminalität im Cyberspace. Erwischt zumindest werden fast nur Youngsters. Sie spionieren andere Leute aus - Mobilfunknummer, Sozialversicherungsnummer, Geburtsdatum – und mit Hilfe dieser Daten geben sie sich dann als ihre Opfer aus und bestellen Ersatz-SIM-Karten für deren Mobilfunkanschlüsse. Und weil man ja bei etlichen Internet-Diensten seine Mobilfunknummer angeben muss und beispielsweise eine SMS bekommt, wenn man sein Passwort vergessen hat, können erfolgreiche SIM-Swapper alle möglichen Accounts kapern. Besonders lukrativ ist das, wenn’s um Kryptogeld geht, Bitcoins beispielsweise. Fünf Millionen Dollar in Kryptogeld soll der jetzt verurteilte Youngster auf diese Weise abgegriffen haben. Es gab auch schon in Deutschland so etwas Ähnliches - vor drei Jahren. Damals haben SIM-Swapper mit ergaunerten Karten mTANs abgefangen, also Transaktionsnummern fürs Online-Banking, die man per SMS bekommt. Und dann haben sie die Konten ihrer Opfer leergeräumt. Die Mobilfunkkonzerne seien seitdem sehr vorsichtig, wenn es ums Ausstellen von zweiten SIM-Karten geht – sagen sie zumindest.

Europäische IT-Security-Roadmap vorgestellt

Ein Lesetipp: Die Chefs und Chefinnen der führenden deutschen IT-Sicherheitsinstitute haben ein pdf geschrieben - dazu, wo’s lang geht in Sachen Cybercrime und Cyberwar. Am Dienstag haben sie ihre Vorstellungen der EU übergeben. Eine ihrer zentralen Thesen: Es wird weiterhin jede Menge Geraffel geben in der Computerei, also unsichere Hard- und Software, und das muss man alles quasi einhegen, also nur so in großen Systemen verwenden, dass sie kein Unheil anrichten können. Um Verschlüsselung im Zeitalter des Quantencomputers geht’s und um Datenschutz bei Big Data. 50 Seiten in gepflegtem Englisch zu einem hochbrisanten Thema: Etwas für echte Nerds, die sich einen spannenden Sonntag-Nachmittag machen wollen.

Weitere Ausgaben von Killer' Security finden Sie hier.

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Autor
  • Achim Killer
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