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Killer’s Security: Schreck und Click | BR24

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Achim Killer

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Killer’s Security: Schreck und Click

In den Online-Nachrichten berichtet Achim Killer über einen veritablen Fossilienfund durch Virenjäger, gedacht für die VIPs unter den Hacker-Opfern. Die gewöhnlichen Surfer hingegen versuchen Internet-Gauner mit ganz plumpen Tricks zu übertölpeln.

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Russland soll ein eigenes Internet bekommen. Das will Putin. Und die Duma hat's diese Woche beschlossen. Ist noch nicht ganz klar, was das eigentlich sein soll, ein eigenes, ein nationales Internet. Aber es ist naheliegend, worauf es hinausläuft: Auf mehr Kontrolle halt.

Vorbild für alle Autokraten und Despoten ist hierbei Russlands ungeliebter Nachbar China. Der hat sein Land mit dem digitalen Äquivalent der Großen Mauer umgeben, der Großen Firewall. So heißt das Ding wirklich. Und so wie unsereins mit dem Home-Router daheim lästige Anrufer blockiert und gefährlichen Internet-Verkehr, so filtern chinesische Zensoren unliebsame Adressen und Inhalte aus, also im Wesentlichen alles, was mit Taiwan, Demokratie und Sex zu tun hat. Ist diesbezüglich wahrscheinlich Putins Vorbild: die große Firewall um China.

IT-Archäologie

Als IT-Archäologen haben sich Sicherheitsfachleute von Kaspersky betätigt und digitales Ungeziefer aus dem Jahr 2013 ausgegraben. TajMahal nennt es sich, nachgewiesenermaßen aus dem Jahr 2013 oder früher stammend, und jetzt erstmalig entdeckt. TajMahal ein Wunderwerk, wenn’s ums Verstecken geht – sechs Jahre unerkannt bleiben, das ist schon was – und ein Wunderwerk auch, wenn’s ums Schaden anrichten geht: 80 dlls – dynamic link libraries, Module für den Betrieb unter Windows, kann TajMahal aus dem Netz nachladen. Dann kann es Tastatureingaben mitlesen, Mikrofon und Kamera betätigen, die Internet-Kommunikation aufzeichnen und vieles mehr: Key-Logger, Wanze und Trojaner in einem. Ein richtig bösartiger digitaler Wolperdinger! – Muss man sich aber nicht vor fürchten als gewöhnlicher Surfer. So was wird nur von Geheimdiensten gegen richtig wichtige Leute eingesetzt.

Schreck und Click

Aufpassen muss man aber als Wirt, wenn man eine Mail mit der Betreffzeile "Lebensmittelvergiftung" bekommt. Eine Frau habe die sich im Wirtshaus des Empfängers zugezogen. Ein Bild ist in der Mail. Sieht schrecklich aus, die Frau. Und eine Word-Datei hängt an – angeblich ein ärztliches Attest. Das ist es aber nicht, sondern in der Datei steckt ein schädliches Makro, ein Trojaner.

Vor diesem üblen Trick warnt aktuell die Polizei. Davon gibt’s derzeit unzählige Varianten: Immer geht’s darum, die Empfänger zu erschrecken, damit sie leichtsinnig werden und den Anhang anklicken, die Word-Datei mit dem bösartige Makro drin. Makros sind einfache Programme. Word fragt vor dem Öffnen, ob man deren Ausführung erlaubt. – Das darf man auf keinen Fall, wenn man nicht genau weiß, von wem die Datei stammt.

StopUpdates10

Patchday war wieder diese Woche. Etliche Windows-10-Rechner sind nach der Installation der Microsoft-Flicken abgestürzt. StopUpdates10 heißt ein Tool, mit dem man Windows-10-Updates so lange blockieren kann, bis man weiß, ob Microsoft mal wieder gepfuscht hat oder nicht.

Und Text, Links und Podcast der Online-Nachrichten finden Sie auf www.b5aktuell.de/online-nachrichten.

Weitere Ausgaben von Killer' Security finden Sie hier.