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Killer’s Security: Schlüsselprobleme | BR24

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Achim Killers Online-Nachrichten

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Killer’s Security: Schlüsselprobleme

In den Online-Nachrichten berichtet Achim Killer über Krypto-Probleme. Quantencomputer gefährden die herkömmliche Mail- und Web-Verschlüsselung. VPN-Firmen werden gehackt. Und ein smarter Rosenkranz hat das Verschlüsseln vergessen.

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Quantensprung bei Google

Google sagt, man habe quasi einen Google-eigenen Quantencomputer im Labor eine sehr spezielle Rechenaufgabe erledigen lassen. Ein paar Sekunden habe der für etwas gebraucht, wofür der stärkste herkömmliche Supercomputer 10.000 Jahre benötigen würde. IBM widerspricht: Ein Supercomputer schaffe es in zweieinhalb Tagen. Es ist schwer zu sagen, wer recht hat.

Quantencomputer sollen nicht nur mit 0 und 1 rechnen, wie üblich, sondern mit 0 und 1 und allem dazwischen gleichzeitig, also sehr schnell. Und zwar auch bei Berechnungen, mit denen man Verschlüsselungen knacken kann. Wenn die Dinger wirklich mal im großen Stil funktionieren, dann muss deswegen einiges umgestellt werden. Daran wird auch gearbeitet. Post-Quantum-Kryptographie nennen sich Verfahren, die auch von Quantencomputern nicht geknackt werden können.

Einbruch bei VPN-Anbietern

VPN-Apps fürs Handy verwenden vorsichtige Surfer gerne unterwegs, vor allem in ungesicherten WLANs, im Hotel oder auf öffentlichen Plätzen. VPN steht für Virtuelles Privates Netz. Nur dumm, dass in letzter Zeit öfters bei VPN-Anbietern, eingebrochen worden ist und Schlüssel entwendet worden sind. Bekannt geworden sind Hacks von NordVPN, TorGuardVPN und VikingVPN. Man muss einfach in nächster Zeit auf schlechte Nachrichten über seinen VPN-Dienstleister achten.

Ein Firefox fürs Darknet

Einen neuen Tor-Browser gibt’s – fürs Darknet. Das ist der Ort, wo allerlei kriminelle Geschäfte erledigt werden, wo aber auch Leute unterwegs sind, die sich einfach unbeobachtet informieren wollen. In Diktaturen kann das Leben retten. Jetzt gibt es den neuen Zugang ins Darknet, den Tor-Browser Nummer 9. Der verschlüsselt und leitet einen über Umwege durchs Netz, sodass einem niemand hinterherschnüffeln kann. Er basiert auf dem Firefox, Nummer 68, ESR. Genau diesen Firefox empfiehlt auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik für den öffentlichen Dienst – selbstverständlich ohne Darknet-Erweiterungen.

Smartes Beten

Letzte Woche hat der Heilige Stuhl den eRosary herausgebracht, einen smarten Rosenkranz, quasi ein spirituelles Fitness-Armband mit Internet-Anschluss. Und der ist gleich gehackt worden von einem Sicherheitsforscher Namens Baptiste Robert, der getaufte Robert. Muss einfach gewesen sein: PINs sind unverschlüsselt übertragen worden – eine sicherheitstechnische Todsünde. In Google Play steht eine neue App für den smarten Rosenkranz, die das Problem behebt.

Weitere Ausgaben von Killer's Security finden Sie hier.