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Killer’s Security: Schlapphüte im Cyberspace | BR24

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Killer’s Security: Schlapphüte im Cyberspace

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Killer’s Security: Schlapphüte im Cyberspace

Über Geheimdienste berichtet Achim Killer in den Online-Nachrichten. Die amerikanischen sollen aus der Euro-Cloud ausgesperrt werden. Und die deutschen wollen Trojaner. Gäb’s alles nicht, hätte sich da nicht 1969 ein denkwürdiges Ereignis zugetragen.

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Jede Menge Netzpolitik hat es diese Woche gegeben: der Digitalgipfel am Montag und Dienstag in Dortmund. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat dort Pläne für eine europäische Cloud vorgestellt. Gaia X soll die heißen und von hiesigen Unternehmen betrieben werden. Derzeit machen amerikanische Unternehmen das mehr oder weniger unter sich aus, das Geschäft mit dem Rechnen und Speichern im Internet. Und die sind verpflichtet, mit der NSA zusammenzuarbeiten. Daten in Gaia X hingegen wären vor dem Zugriff der US-Geheimdienste sicher.

Deutsche Geheimdienste wollen Trojaner nutzen

Die deutsche Geheimdienste wiederum - BND, MAD und Verfassungsschutz - die wollen auf die verschlüsselte Kommunikation zugreifen - über WhatsApp und Skype beispielsweise - und auf die Rechner von Leuten, die sie beobachten. Dazu möchten sie den Staatstrojaner und den Bundestrojaner einsetzen dürfen.

Der Staatstrojaner greift Kommunikationsdaten ab, bevor sie verschlüsselt werden. Und der Bundestrojaner durchsucht fremde Rechner online. Die Polizei nutzt beide. Die Geheimdienste wollen das jetzt auch. Das haben sie auf der diesjährigen öffentlichen Sitzung des Parlamentarischen Kontrollgremiums in Berlin vorgetragen.

Wikipedia baut Facebook-Alternative

Ein interessantes soziales Netzwerk wird gerade aufgebaut: "WikiTribune:Social" von Wikipedia-Gründer Jimmy Wales. Auf https://wt.social/ kann man sich für das alternative und werbefreie soziale Netz registrieren.

25 Jahre Intel-Pentium-Bug

Wie viele Spieler hat eine Fußballmannschaft? Antwort: 10,999, wenn man es mit einem Pentium-PC ausrechnet. Uralt der Witz: Vor genau einem Vierteljahrhundert hat der Pentium-Bug die User-Community erschüttert. Der Prozessor hat sich damals bei Gleitkomma-Berechnungen im Nachkomma-Bereich ganz leicht vertan. Ein Skandal!

Seit fast zwei Jahren wiederum werden Prozessor-Fehlfunktionen fast schon am laufenden Band entdeckt. Meltdown und Spectre heißen die bekanntesten. Und die Industrie hat gelernt, damit umzugehen, und liefert mittlerweile mit Betriebssytem-Updates auch Firmware-Updates aus, die eventuelle Prozessor-Bugs beheben. Ein Grund mehr, sein Betriebssystem immer auf dem aktuellen Stand zu halten.

50 Jahre Internet

Und am Dienstag vor 50 Jahren, da ist ganz große Geschichte geschrieben worden. Professor Leonard Kleinrock erzählt, wie zwei Computer - in Los Angeles und Menlo Park - Daten ausgetauscht haben. Den Befehl "log" wollte der Student Charles Kline übermitteln, er tippte das "l", fragte per Telefon nach, ob es angekommen sei, dann das o...

"Charly typed the 'l'. And he asked: You get the 'l'? And the answer: Got the 'l'. He typed the 'o'. You get the 'o'? Got the 'o'. He typed the 'g'. You get the 'g'? Whack!" Prof. Leonard Kleinrock, Elektroingenieur und Informatiker

Beim "g" ist dann das System abgestützt. Aber "l" und "o" waren drüben. Die erste - wenn auch unvollständige - Nachricht, die über das Internet geschickt worden ist.

Text, Links und Podcast der Online-Nachrichten finden Sie auf www.b5aktuell.de/online-nachrichten.