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Killer’s Security: Schadsoftware vom Amt | BR24

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In den Online-Nachrichten berichtet Achim Killer diesmal aus deutschen Amtsstuben. Dort grassiert digitales Ungeziefer. Manchmal lässt des die Behörden-IT ausfallen. Manchmal verschickt es sich per Mail an Bürger.

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Killer’s Security: Schadsoftware vom Amt

In den Online-Nachrichten berichtet Achim Killer diesmal aus deutschen Amtsstuben. Dort grassiert digitales Ungeziefer. Manchmal lässt das die Behörden-IT ausfallen. Manchmal verschickt es sich per Mail an Bürger.

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Gießen und Düsseldorf, das war letzte Woche. Diese Woche ist’s Frankfurt. Am Mittwoch sind die Computer der kommunalen Verwaltung in Frankfurt am Main heruntergefahren worden, damit die digitale Pest, die dort grassiert, sich nicht weiterverbreitet. Angefangen hat’s wohl ganz harmlos: Ein Angestellter der Stadtverwaltung hat ne versiffte Mail gekriegt und aufs Attachment oder auf’n Link drin geklickt. Daraufhin hat sich ein Stück digitales Ungeziefer installiert und das Behördennetz infiziert. Welcher Schädling es ist, ist nicht bekannt.

Vorsicht bei Mails vom Amt!

Emotet, könnte man vermuten als interessierter Leser von Computer-Nachrichten. Ist nicht unwahrscheinlich. Emotet geht derzeit ganz massiv um. Davor warnt aktuell wieder das BSI, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Emotet ist ja so eine Art Wolpertinger, also wie so eine aus Jagd- und Schlachtabfällen zusammengesteckt Figur, die man in oberbayerischen Andenkenläden gerne norddeutschen Touristen andreht. So’n Souvenier-Wolpertinger hat beispielsweise Gamshörner und ein Fischschwanz. Und Emotet kann unter anderem aus einem Teil Banking-Trojaner und aus Ransomware, Erpresser-Software, bestehen, die verschlüsselt und Lösegeld verlangt.

Auch Beamte klicken oft auf Emotet im Mail-Anhang, und deshalb treibt er sich derzeit auf den Windows-PCs von allen möglichen Behörden herum. Dort verschlüsselt und erpresst er aber nicht, sondern sammelt Daten – Mail-Adressen – von Bürgern und schreibt die dann an, um sich weiterzuverbreiten. So das BSI. Also auch wenn man ne Mail vom Amt kriegt, muss man vorsichtig sein.

Die aktuellen Sicherheitsregeln

Früher hat man ja gesagt: ein aktuelles Anti-Viren-Programm, eine personal Firewall und Betriebssystem-Updates, darum muss man sich kümmern, dann man einigermaßen sicher. Ist alles noch wichtig, aber groß drum kümmern muss man sich eigentlich nicht mehr. Schutzsoftware ist bei Windows dabei, und Sicherheits-Updates werden meist automatisch installiert. Heute muss man regelmäßig Backups seiner Daten ziehen – wegen der Ransomware - und bei Mails einfach richtig aufpassen.

Schädlingsbefall bei Apfel-Rechnern

Und noch so ne Geschichte von früher, aus der guten alten Zeit der Viren, Würmer und Trojaner. Die gab’s damals nicht für Mac-Rechner. Weil die so sicher seien, hat Apple immer erzählt. Völliger Quatsch! Es hat sich einfach nicht gelohnt für Cyberkriminelle, wegen der paar Mac-Rechner, die’s gab, eigene Schadprogramme zu schreiben. Ist mittlerweile anders: Apple boomt. Und siehe da: Schadsoftware für Macs verbreitet sich deutlich überproportional: Bereits 16 Prozent des kursierenden digitalen Ungeziefers befällt Apfel-Rechner. Das sagt die IT-Sicherheitsfirma Malwarebytes.

Linux-Sicherheit

Und Geschichte wiederholt sich. Tolle Linux-Varianten mit einer sehr sicheren Software-Architektur gibt’s für PCs. Aber daran liegt nicht, dass kein Schädling da rangeht, sondern es lohnt sich einfach nicht für Kriminelle, welche zu schreiben. Und nicht einmal für IT-Sicherheitsfirmen, lohnt es sich, Anti-Viren-Software zu schreiben.

„Die Markt-Dominanz ist doch ganz klar auf Seiten von Windows und Mac-OS. Linux wird da eher weniger benutzt. Also der Markt ist relativ klein“, sagt Marco Preuß von Kaspersky. Auch das muss man erwägen, wenn überlegt, von Windows 7 auf Linux zu gehen. Kaum Schadsoftware ist gut. Aber nur wenige Anti-Virenprogramme zur Auswahl, das ist schlecht.

Weitere Ausgaben von Killer’s Security finden Sie hier.