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Killer's Security: Schad-Software per Werbebanner | BR24

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Achim Killer

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Killer's Security: Schad-Software per Werbebanner

In den Online-Nachrichten berichtet Achim Killer, dass der Trojaner Emotet im Netz eines IT-Fachverlags ausgebrochen ist. Auch Windows-10-Anwender werden gezielt mit infizierter Werbung angegriffen. Außerdem: Datenkraken machen auf Datenschutz.

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Es sieht aus wie eine in Permanenz tagende Datenschutz-Konferenz, was dieses Jahr im Westen der USA stattfindet. Ist aber natürlich nicht. Sondern die großen Internet-Konzerne reagieren bei ihren Entwicklerkonferenzen auf die gestiegene Sensibilität der Surfer: Der Microsoft-Chef hat letzten Monat vom Menschrecht auf Datenschutz gesprochen. Google verspricht mehr künstliche Intelligenz auf dem Handy und nicht in seinen Rechenzentren, unter seiner Kontrolle. Und Facebook soll sogar angeblich zu einer Datenschutz-orientierten Plattform umgebaut werden. Hat ja Anfang Mai Mark Zuckerberg erzählt. Datenkraken sprechen vom Datenschutz.

Datenschutz als Dienstleistung

Diese Woche nun hat Apple seine Entwicklerkonferenz abgehalten. Der Konzern macht künftig auf Privacy as a Service - wie er es nennt - Datenschutz als Dienstleistung. Unter anderem einen sicheren Single-Sign-on-Service will Apple anbieten. Also man meldet sich bei Apple an und kann dann auf viele Accounts zugreifen, ohne jedes Mal persönliche Informationen preisgeben zu müssen. Europäische – und damit tendenziell sicherere - Alternativen sind: Verimi und netID.

Schadsoftware in Werbung greift Windows-10-Nutzer an

Die Internet-Konzerne greifen persönliche Daten ab, um gezielt Werbung platzieren zu können. Und dieses Geschäftsmodell ist schuld daran, dass man noch Übleres auf den Rechner kriegt als nervige Anzeigen: nämlich digitales Ungeziefer, Malware. Malvertising nennt sich die Masche. Cyberkriminelle schalten Werbung und infizieren die Banner mit Schadsoftware. Man surft dann eine völlig seriöse Web-Site an, die auch nicht gehackt worden ist oder so, und trotzdem zieht man sich Schadsoftware zu, weil da halt ein versiffter Banner ist.

Die Web-Site-Betreiber kriegen das Problem nur schwer in den Griff, weil’s im Werbegeschäft halt quick and dirty zugeht. Für Sicherheit bleibt da kaum Zeit. Ja und jetzt hat die Misere auch Windows 10 erreicht. Microsoft-Anwender berichten von bösartiger Werbung, die aufpoppt, wenn man Windows-10-Programme benutzt. Von Gewinnspielen ist da die Rede oder von Viren, die auf dem Rechner gefunden worden seien. Ist besonders heimtückisch, weil’s so nach Microsoft aussieht. Ist es aber nicht, sondern ein Betrugsversuch von Kriminellen. Microsoft schlampt, aber betrügt nicht. Ein guter Werbeblocker kann da in vielen Fällen helfen, schont die Nerven, erhöht die Freude am Surfen und hält auch einen Teil der digitale Pest außen vor.

Emotet sucht Heise Media heim

Als erstes über Malvertising unter Windows 10 hat übrigens heise.de berichtet. Eine feine Publikation - gehört eigentlich zur Pflichtlektüre für jeden, der sich mit IT-Sicherheit befasst. Also da sitzen meist wirklich Leute an den Rechnern, die sich auskennen. Und trotzdem hat’s auch Heise Media erwischt: Der Trojaner Emotet ist im Unternehmensnetz ausgebrochen. Jemand hat eine Mail mit Word-Anhang gekriegt, aus Versehen das Ausführen von Makros in der Word-Datei erlaubt. Und das Makro – ein kleines Programm – das hat sich dann als der aktuell übelste digitale Schädling herausgestellt: Emotet. Also: Es kann jeden erwischen.

Weitere Ausgaben von Killer' Security finden Sie hier.