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Killer’s Security: Ransomware legt Zeitungsverlag lahm | BR24

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Achim Killer

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    Killer’s Security: Ransomware legt Zeitungsverlag lahm

    In den Online-Nachrichten blickt Achim Killer zurück und voraus auf das alte und das neue Jahr. Mit einer großen Ransomware-Attacke endete 2020. Und 2021 wird es wohl grad so weitergehen. Zum größten Sicherheitsproblem dürfte IoT-Pfusch werden.

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    • Achim Killer

    Sowas wie Weihnachtsfrieden, das kennen Cyberkriminelle ja überhaupt nicht. Und deshalb haben denn auch die Leser der Westdeutschen Allgemeinen und der Berliner Morgenpost zwischen den Jahren mit Notausgaben ihrer Zeitung vorlieb nehmen müssen. Ransomware, Erpresser-Software, hat bis zu 6.000 Computer im Unternehmensnetz der Funke Mediengruppe befallen. Ist einer der größten derartigen Angriffe, die bekannt geworden sind. Man merkt’s halt einfach, wenn die Zeitung nicht im Briefkasten oder aufm Tablet ist. Dabei ist es inzwischen ganz alltäglich, dass Ransomware geschäftliche und private Computer infiziert, Dateien verschlüsselt und für die Entschlüsselung Lösegeld verlangt. Etliche Firmen legen sich deshalb einen Bitcoin-Vorrat zu, um im Fall der Fälle die Ransom, das Lösegeld, bezahlen zu können. Sollte man aber nicht tun, allein schon, weil Bitcoins mittlerweile so teuer sind. Statt empfiehlt es sich, regelmäßig Back-ups zu ziehen. Das ist das Einzige, was gegen diese digitale Pandemie wirklich hilft.

    Virtueller Hacker-Kongress

    Es sind meist ganz plumpe Tricks, womit Ransomware verbreitet wird. Anspruchsvolle Hacks wiederum werden auf dem Jahrestreffen des Chaos Computer Clubs besprochen, immer zwischen Weihnachten und Neujahr, diesmal rein virtuell. Über 300 Videos von den Vorträgen stehen im Netz auf https://media.ccc.de/

    Künstliches Intelligenz-Defizit

    Und noch’n paar Kurzmeldungen aus dem zuende gegangenen Jahr, die wohl auch ein Ausblick auf das neue sind: In den USA hat eine vermeintlich intelligente Gesichtserkennungssoftware wieder mal voll danebengegriffen und einen Unschuldigen fälschlicher Weise als Ladendieb identifiziert. Der Mann ist verhaftet, eingesperrt - und dann nicht auf Kaution freigelassen worden, weil ein zweiter Algorithmus zu dem Ergebnis gekommen ist, bei ihm sei das Risiko zu hoch. 10 Tage Gefängnis wegen zu geringer Intelligenz – künstlicher Intelligenz. Wird wohl auch 2021 passieren sowas.

    Des Einbrechers smarte Freunde

    Ebenso wie Pfusch im Internet der Dinge. Die IT-Sicherheitsfirma NCC Group hat smarte Türklingeln untersucht, also Systeme, bestehend aus Kamera, Klingel und Funkverbindung ins WLAN und zum Handy. Ergebnis: Viele übertragen Daten unverschlüsselt, werden mit Sicherheitslücken ausgeliefert, die Hacker bereits kennen, ohne dass es Updates gibt. Und Standardpasswörter wie „000“ lassen sich nicht ändern. Wer sich heuer eine smarte Klingel anschaffen will, muss vorher ausgiebig nach dem konkreten Produkt googeln, ob’s da Probleme gibt – sonst kann er gleich die Wohnungstür offen lassen.

    Lieferengpässe bei IT-Komponenten

    Die Computerzeitschrift c’t hat kürzlich Tipps gegeben, wie man sich den optimalen PC für 2021 zusammenbauen kann. Da geht einem echten Schrauber wirklich das Herz über. Aber dann haben die Leser gejammert, weil sie viele Komponenten nicht haben kaufen können. Corona-bedingt gibt’s Transport-Probleme und aus den Home-Offices kommt eine erhöhte Nachfrage etwa nach Druckern und Webcams – wird sich wohl noch länger ins neue Jahr hinein ziehen.

    Weitere Ausgaben von Killer's Security finden Sie hier.

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