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Killer’s Security: Patchday | BR24

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Achim Killer

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Killer’s Security: Patchday

In den Online-Nachrichten berichtete Achim Killer über einen äußerst ungewöhnlichen Patchday. Zum letzten Mal gibt es Sicherheits-Updates für ein unumstritten gutes Windows. Und: Microsoft verteilt Browser-Software von der Konkurrenz.

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Es war wieder Patchday, so wie an jedem zweiten Dienstag eines Monats, aber diesmal ein ganz besonderer. Microsoft hat Reparaturflicken ins Netz gestellt und zum letzten Mal welche für Windows 7, das letzte Betriebssystem aus Redmond, das sich anfühlt wie ein richtiges Windows und nicht wie einer von diesen Werbeverteilern und Datenabsaugern, die heutzutage Betriebssysteme genannt werden.

Das Ende der Windows-Klassik

Da ist wirklich eine Ära der IT-Geschichte zuende gegangen, am Dienstag. Viele Anwender wollen das wohl nicht wahr haben. Jedenfalls läuft auf gut einem Viertel aller PCs weltweit noch Windows 7.

Support-Stopp

Aber es wird wirklich von Tag zu Tag gefährlicher. Wenn jetzt nämlich ein Microsoft-Entwickler drauf kommt, dass er vor anderthalb Jahrzehnten einen Fehler in Windows 7 reinprogrammiert hat oder ein Sicherheitsexperte kommt drauf oder ein Hacker, dann wird dieser Fehler nicht mehr behoben, dann gibt’s keine Reparatur-Software mehr dafür. Die gibt’s nur noch für Windows 10.

Und ansonsten sollte man überprüfen, dass wirklich alle Patches installiert worden sind. Einer ist nämlich dabei, der dichtet eine ganz brisante Lücke ab. Auf die hat die berüchtigte NSA, National Security Agency, Microsoft aufmerksam gemacht. Eine defekte Krypto-Bibliothek. Kryptografie braucht man, um etwas geheimzuhalten oder um etwas digital zu unterschreiben. Und wenn da etwas daneben geht, dann könnten beispielsweise Hacker einem Stück digitalen Ungeziefer eine Signatur mit auf den Weg geben. Und Windows lässt sich übertölpeln und führt das Schadprogramm aus. Normaler Weise macht sowas die NSA ja selbst, Sicherheitslücken ausnutzen. Diesmal aber hat sie dafür gesorgt, dass eine geschlossen wird. Will wohl ihr Image aufpolieren, die NSA.

Microsoft’s Google-Browser

Und dann hat Microsoft noch damit begonnen, den neuen Edge-Browser auszuliefern. Den Edge gibt’s schon länger, war aber bislang eine Eigenentwicklung. Der neue Edge hingegen basiert auf Chromium, so wie Google’s Chrome und die allermeisten anderen Browser.Das muss man sich mal vergegenwärtigen. Da hat Microsoft Milliarden Dollar an Strafe bezahlt wegen seines Betriebssystem-Monopols und wegen seines kartellrechtswidrigen Verhaltens im so genannten Browser War. Und dann zieht sich der Konzern zum Geld verdienen in die Cloud zurück, stellt das letzte unumstritten gute Windows ein und verteilt Browser-Software von der Konkurrenz. Wer nicht warten will, bis er Edge auf Chromium-Basis per Windows-Update bekommt, kann ihn herunterladen.

Weitere Ausgaben von Killer’s Security finden Sie hier.