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Killer’s Security: Münchner Trojaner | BR24

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In den Online-Nachrichten lässt Achim Killer das Jahrestreffen des Chaos Computer Clubs Revue passieren. Die Hacker haben das Fortpflanzungsverhalten eines Stücks digitalen Ungeziefers aus München untersucht.

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Killer’s Security: Münchner Trojaner

In den Online-Nachrichten lässt Achim Killer das Jahrestreffen des Chaos Computer Clubs Revue passieren. Die Hacker haben das Fortpflanzungsverhalten eines Stücks digitalen Ungeziefers aus München untersucht.

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Am Montag nimmt die Universität in Maastricht den Lehr- und Prüfungsbetrieb wieder auf. Ist nicht selbstverständlich. Denn in den letzten Tagen des zu Ende gegangenen Jahres, hat es die IT der Uni noch bös’ erwischt. Fast alle Windows-Rechner sind ausgefallen. Ransomware, Erpresser-Software, hat sie infiziert und unbrauchbar gemacht. Das war dann der Abschluss einer gewaltigen Angriffswelle, die im Dezember über die Computer-Netze öffentlicher Einrichtungen hereingebrochen ist. In Deutschland hat es – unter vielen anderen – die Uni Gießen, die Stadtverwaltung Düsseldorf und das Klinikum in Fürth getroffen. Das hat wohl so kommen müssen. Nur wann es passiert, das hat man natürlich nicht vorhersehen können.

Hacker-Kongress

Was es hingegen regelmäßig zur Jahreswende gibt, das ist das Treffen des Chaos Computer Clubs. Das waren früher ganz wilde Hacker, mittlerweile sind’s ergraute, ältere Herren, die angesichts der vielen IT-Sicherheitsprobleme mahnend ihre Zeigefinger heben. Unter anderem ein Gutachten für eine Bürgerrechtsorganisation haben sie diesmal erstellt, wonach es sich bei der Überwachungssoftware, die gegen türkische Oppositionelle eingesetzt wird, um eine relativ junge Mutation des berüchtigten Trojaners Finfisher handelt. Das wäre echt brisant. Der Finfisher nämlich ist ein missratenes und wohl auch aus dem Ruder gelaufenes digitales Münchner Kindl. Entwickelt von der Finfisher GmbH im Münchner Westen, wird er offiziell nur von Rechtsstaaten zur Verbrechensbekämpfung eingesetzt. In Deutschland beispielsweise hat er eine Zeit lang auf Staatstrojaner gemacht, also für die Polizei auf Handys von Verdächtigen Telefonate abgegriffen, bevor die für die Übermittlung verschlüsselt worden sind. „Quellentelekommunikationsüberwachung“ heißt das offiziell. Aber er ist auch schon auf Rechnern von Oppositionellen in Bahrain aufgetaucht und eben auch in der Türkei. Eine neuere Variante soll es gewesen sein. Und das wär’ dann nicht nur unmoralisch, sondern auch kriminell, weil nämlich der Export von Gütern, die sowohl friedlich, als auch militärisch einsetzbar sind, genehmigungspflichtig ist. Zentrifugen fallen da beispielsweise drunter und seit viereinhalb Jahren eben auch Trojaner. Die Bundesregierung aber sagt, sie habe nichts genehmigt. Schon seit einiger Zeit befassen sich deshalb staatliche Ermittler von Amts wegen mit einem Stück Software, das eigentlich für sie geschrieben worden ist.

Ver.di: Üble Arbeitsbedinungen in Facebooks Löschzentren

Hass im Netz war ein großes Thema letztes Jahr und wird es wohl dieses Jahr ebenfalls wieder werden. Auch den digitalen Dreck muss jemand wegputzen. Dazu hat Facebook zwei große Löschzentren eingerichtet in Berlin und Düsseldorf. Dort herrschten üble Arbeitsbedingungen, beklagt die Gewerkschaft Verdi gegenüber heise.de: permanente Leistungskontrolle, nur befristete Arbeitsverträge und der Lohn: 11,20 Euro, soviel bekommen die Müllmänner der Informationsgesellschaft in der Stunde.

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