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Achim Killer

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    Killer’s Security: Microsoft löst ein Kern-Problem

    In den Online-Nachrichten berichtet Achim Killer diesmal über kleine Patches aus Redmond und über große Fragen der europäischen Netzpolitik: Wie sieht der künftige digitale Euro aus? Und wie verträgt sich Datenschutz und Vorratsdatenspeicherung?

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    • Achim Killer

    Der Datenschutz im europäischen Cyberspace ist das große netzpolitische Thema diese Woche. In ein paar Jahren gibt’s ja wahrscheinlich neues Geld, eine neue Form vom Euro, also nicht nur als Münze und Schein, sondern auch irgendwie digital. Und jetzt geht es darum, wie dieser digitale Euro aufs Handy kommt oder auf die Chipkarte und wie und ob er in einer Blockchain verwurstelt wird. Am besten wär’s, wenn er so anonym ausgegeben werden könnte wie Bargeld, findet der Europäische Datenschutzausschuss, der darauf aufpasst, dass die Datenschutz-Grundverordnung eingehalten wird.

    Eine unendliche Geschichte

    Derweil sondiert die EU-Kommission bei den Mitgliedsstaaten, ob in Sachen Vorratsdatenspeicherung noch was geht, also ob IP-Adressen, angerufene Telefonnummern und Standortdaten vom Handy prophylaktisch gespeichert werden dürfen – zur Kriminalitäts- und Terrorismusbekämpfung. Ist eine unendliche Geschichte, zieht sich seit nunmehr anderthalb Jahrzehnten. Aktueller Stand ist – nach einem Urteil des EuGH: Erst Daten sammeln und dann kucken, wofür man’s brauchen kann, das geht nicht. In Deutschland beispielsweise ist deswegen die hiesige Regelung seit ein paar Jahren ausgesetzt. Die EU-Kommission wiederum sucht weiter nach einem einheitlichen europäischen Vorgehen. Netzpolitik.org hat dankenswerter Weise öffentlich gemacht, worüber da wieder diskutiert wird.

    Kernproblem

    Und jede Menge Patches gibt’s diese Woche wieder. Der Dienstag war ja der zweite Dienstag im Juli, Patchday bei Microsoft. Weit über 100 Sicherheitslücken dichten die digitalen Flickschuster aus Redmond in ihren Programmen diesmal ab, darunter zwei im Windows-Kernel. – Ja, da flutet Adrenalin die Leiber von IT-Sicherheitsfachleuten: Löcher im Betriebssystem-Kern! Und das Schlimme ist, Cyberkriminelle kennen sie. Zero-Day-Vulnerabilities nennt solche Lücken, die bekannt sind, bevor es Patches dafür gibt. Aber jetzt gibt es ja welche. Muss man unbedingt installieren.

    Eifriger Feuerfuchs

    Adobe hat am Dienstag den Reader für pdfs abgedichet. Den haben auch die meisten auf dem Rechner. Und die Mozilla-Stiftung ihr Mail-Programm und ihren Browser, den Thunderbird und den Firefox. 78.12 ist die aktuelle Version vom Thunderbird und 90 die vom Firefox. Das ist übrigens ein ganz ein eifriger, der neue Feuerfuchs. Der sucht jetzt nach Sicherheitsupdates, auch wenn man ihn gar nicht gestartet hat. Alle paar Stunden macht er das – unsichtbar, also ohne dass man die Benutzeroberfläche sieht. Wenn man das will, muss man es einstellen: „about:config“ in die Adresszeile eingeben, da suchen nach: „app.update.background.scheduling.enabled“ und das dann auf „true“ setzen, auf „wahr“.

    Weitere Ausgaben von Killer's Security finden Sie hier.

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