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Killer’s Security: Hintertürchen für Geheimdienste | BR24

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Achim Killer

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Killer’s Security: Hintertürchen für Geheimdienste

Diesmal berichtet Achim Killer in den Online-Nachrichten über die Auswirkungen der Corona-Epidemie auf die IT-Branche. Der Mobile World Congress ist abgesagt worden. Und im Internet kursiert Corona-Spam, der zu verheerenden Klicks verleiten soll.

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Ums Coronavirus geht’s wieder in den Online-Nachrichten: das, mit dem sich Menschen infizieren können, nicht Computer. Deswegen fällt dieses Jahr der Mobile World Congress in Barcelona aus. Übernächste Woche hätte sie stattfinden sollen, die mittlerweile wohl wichtigste IT-Messe der Welt. Das war früher die CeBIT in Hannover. Die ist nicht mehr. Da ging’s um Großrechner und Unternehmenssoftware. Auf dem Mobile World Congress dagegen werden Handys gezeigt. Aber nicht dieses Jahr. Ist am Mittwoch abgesagt worden. Das Geschäft ist sehr China-lastig. Und deswegen fällt die Messe heuer aus.

Corona-Spam

Und auch im Cyberspace wütet das Coronavirus – virtuell. Gauner versuchen, E-Mail-Nutzer zu löffeln, indem sie was schicken, in dem es angeblich um Corona geht. Der Empfänger soll erschrecken und dann dumm klicken - auf einen Link in der Mail oder auf ein Attachement.

Aktuell warnt das IT-Sicherheitsunternehmen Sophos vor Spam, der als Rundschreiben der WHO, der Weltgesundheitsorganisation, getarnt ist. Da soll man dazu verleitet werden, einen Link anzuklicken und dann persönliche Daten einzugeben. Link anklicken und Daten eingeben – das ist in der IT-Sicherheit das, was in der Epidemiologie jemanden anhusten ist. Oft nimmt dann das Unheil unaufhaltsam seinen Lauf.

Offene Hintertüren

Im kalten Cyberwar, der aber so allmählich heiß wird, da geht’s aktuell um Hintertüren und Nachschlüssel, wobei der Jurist stattdessen lieber von Legal-Intercept-Management-Systemen spricht. Also Telekommunikationsunternehmen – alle – haben digitale Hintertüren in ihrem Netz, durch die die Geheimdienste des jeweiligen Staates rein können – zum Abhören. Und ihre Lieferanten bauen in bestellte Geräte diese Hintertüren denn auch auftragsgemäß ein, auch die chinesische Huawei. Und das Wall Street Journal schreibt jetzt – und beruft sich dabei auf US-Regierungsvertreter – Huawei würde die von dem Unternehmen eingebauten Hintertüren auch selbst nutzen und für China spionieren. Huawei-Kunden wie die Telekom und Vodafone haben bereits energisch widersprochen: Sie würden nur die vorgeschriebenen einheimischen Geheimdienste reinlassen und nicht die Chinesen.

Nachschlüssel

Also Auslandsgeheimdienste haben’s einfach schwerer. Wie machen’s die dann? Sie kaufen sich beispielsweise eine Firma, die Verschlüsselungswerkzeuge herstellt. Und diese Werkzeuge funktionieren dann in Ländern, wo abgehört werden soll, nicht mehr so gut. So geschehen in der Schweiz, wo in den 1970er und -80er Jahren dem deutschen Bundesnachrichtendienst und der amerikanischen CIA die Firma Crypto AG gehört hat. Das haben jetzt Recherchen der Washington Post, des ZDF und des Schweizer Fernsehens ergeben.

Weitere Ausgaben von Killer's Security finden Sie hier.