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Killer’s Security: Finanzamt sperrt Emotet aus | BR24

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Achim Killer

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Killer’s Security: Finanzamt sperrt Emotet aus

In den Online-Nachrichten berichtet Achim Killer über Emotet, ein besonders widerwärtiges Stück digitales Ungeziefer. Wegen ihm blockieren derzeit sogar Finanzämter Office-Attachments bei Mails.

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Politiker im Cyberspace haben diese Woche wieder Schlagzeilen gemacht, Annekret Kramp-Karrenbauers Überlegungen zu Youtubern wie Rezo und Innenminister Horst Seehofer. Der wolle es dem Verfassungsschutz erlauben, die Rechner von Journalisten und Redaktionen auszuspähen. Davor warnt Reporter ohne Grenzen. Und außerdem erwägen seine Leute den sogenannten "Hackback": Bei einem Hacker-Angriff soll zurückgehackt werden dürfen, also die Rechner der Angreifer zum Absturz gebracht. Das geht aus einem Konzeptpapier hervor, das der Recherche-Abteilung des Bayerischen Rundfunks vorliegt. Die Kollateralschäden, die bei sowas entstehen, können unkalkulierbar sein.

Finanzamt blockt Mail-Attachments

Alles recht unerfreulich. Und meist unerfreulich ist es auch, wenn man dem Finanzamt was schicken muss, weil das kostet einen oft einen Haufen Geld. Und in Niedersachen geht das derzeit nicht einmal – per Mail. Die Finanzämter im Norden blockieren Mail-Anhänge, wenn es sich dabei um Office-Dokumente handelt, Word- und Excel-Dateien, weil nämlich: In Office-Dokumenten können Makros stecken, kleine Programme, gute und böse. Und das übelste Programm, das derzeit kursiert, heißt Emotet. Ein echter digitaler Wolpertinger! Ein bisschen Verschlüsselungstrojaner, ein bisschen Spamschleuder, ein bisschen Digial-Wanze. Alles, was das Herz des Anwenders nicht begehrt. Emotet macht über 60 Prozent des digitalen Ungeziefers aus, das sich aktuell so herumtreibt. Das sagt das IT-Sicherheitsunternehmen Proofpoint. Schützen kann man sich, indem man vom Finanzamt lernt und bei Mails höllisch aufpasst. Office fragt ja immer, ob man die Ausführung von Makros erlaubt. Das darf man auf keinen Fall, wenn man die Datei per Mail gekriegt hat. Es könnte ja der Emotet sein.

Wiki und die Schleicher

Urlaubszeit: Ein Mann sitzt an der Steilküste am Meer und blickt auf Klippen, Wellen und die untergehende Sonne. Etliche derart wunderschöne Bilder zu allen möglichen Themen gab’s bis diese Woche in der Wikipedia zu sehen. Was dann aber einigen doch aufgefallen ist: Die abgebildeten, glücklichen Menschen haben alle Jacken dieser bekannten und teueren Outdoor-Marke getragen – mit gut sichtbarem Logo. Eine Werbeagentur hatte die Bilder hochgeladen. Wiki-Spam! Ein echter Marketing-Coup! Wikipedia wird von vielen gelesen. Und auch wer googelt, landet da schell. Rechts oben der Knowledge-Graph, das Info-Kästchen, das ist oft aus der Internet-Enzyklopädie kopiert. Wikipedianer weltweit haben mittlerweile die Schleichwerbung entfernt. Sowas kommt auch bei Wikipedia vor. Aber: Da kann es nicht unter den Tisch gekehrt werden: Unter dem Reiter „Versionsgeschichte“ kann man bei jedem Artikel nachschauen, warum was in den Artikel genommen worden ist und warum es rausgenommen worden ist, beispielsweise weil es Schleichwerbung war.

Apropos Wikipedia: Kiwix heißt ein Offline-Reader für Smartphones. Damit kann man überall die Internet-Enzyklopädie lesen. Auch wenn man gerade kein Internet hat.#

Weitere Ausgaben von Killer' Security finden Sie hier.