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Killer’s Security: Digitalviren im Krankenhaus | BR24

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Achim Killer

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Killer’s Security: Digitalviren im Krankenhaus

Über Alter und Krankheit berichtet Achim Killer diesmal in den Online-Nachrichten: Ein App, die Porträts altern lässt, ist gefährlich. Und in Rheinland-Pfalz und im Saarland hat ein Krypto-Trojaner Krankenhaus-IT befallen.

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Eine ganz schlechte Woche für Amazon war’s. Gestreikt wird beim Internet-Handelskonzern. Und Greenpeace ist ihm aufs Dach gestiegen – in Hamburg, aufs Dach eines Auslieferungslagers, um dagegen zu protestieren, dass zurückgeschickte Waren bei Amazon oft einfach weggeworfen werden. Das Bundeskartellamt hat erzwungen, dass Amazon auf seinem Marketplace den Einzelhändlern, die von ihm abhängig sind, bessere Bedingungen einräumen muss. Und – das ist wohl das Unangenehmste, was einem US-amerikanischen Internet-Konzern derzeit passieren kann – die EU-Kommission befasst sich mit ihm. Die will wissen, was Amazon mit den Daten macht, die der Konzern in den Webshops der von ihm abhängigen Einzelhändler erhebt. Die EU-Kommission argwöhnt, dass es dabei wettbewerbswidrig zugehen könnte. Sowas kann schnell teuer werden: Ein Bußgeld wegen wettbewerbswidrigen Verhaltens in Höhe von 100 Millionen Euro hat die Kommission unlängst bei Facebook einkassiert. Fast 250 Millionen diese Woche beim Chip-Entwickler Qualcomm. Gut eine halbe Milliarde war’s bei Microsoft. Intel: eine Milliarde. Und Google: anderthalb und zweieinhalb Milliarden – ist unvollständig, die Aufzählung. Apple überprüft die Kommission noch. Und jetzt also auch Amazon.

Da sieht die Privatsphäre alt aus

Einen absoluten Hype gibt’s derzeit um Face-App, eine App für Android und iOS. Die zeigt einem, wie man wohl in 30 Jahren aussehen wird, oder – wenn man ein Mann ist – wie als Frau oder wie man früher hätte aussehen können... Ein bisschen künstliche Intelligenz macht’s möglich. Und was dabei herauskommt, das posten die Leute dann auf Facebook, Youtube oder Twitter, oder – bei Prominenten – da druckt’s die Bildzeitung ab. Ein echter Spaß, aber kein harmloser. Die Bilder werden in Rechenzentren im Netz bearbeitet, nicht auf dem Handy. Und was anschließend mit ihnen passiert, ist nicht bekannt. Der Bundesdatenschutzbeauftragte warnt vor der Nutzung von FaceApp. Und wohl weil eine russische Firma dahinter steckt – Wireless Lab heißt sie – deshalb sehen die US-Demokraten in ihr gar ein nationales Sicherheitsrisiko sowie eine Gefahr für Millionen von US-Bürgern.

Schad-Software legt Krankenhauskette lahm

Ein digitaler Schädling hat mächtig zugeschlagen Anfang der Woche. Die gesamte IT von elf Krankenhäusern und vier Pflegeheimen des roten Kreuzes in Rheinland-Pfalz und im Saarland hat er lahmgelegt. Der Schädling hat zentrale Datenbanken verschlüsselt, so dass das Personal wieder mit Kuli und Papier hat arbeiten müssen. Kommuniziert worden ist per Telefon und Fax. Mail und Internet haben nicht funktioniert. Das kommt öfters vor in jüngster Zeit, dass Schad-Software Krankenhäuser befällt. Bisher waren immer Verwaltungsarbeitsplätze betroffen. Richtig gefährlich wird’s, wenn die Schadprogramme mal Steuerungsrechner von medizinischem Gerät befallen.

Weitere Ausgaben von Killer's Security finden Sie hier.

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Die FaceApp ist gerade total beliebt. Einfach ein Selfie hochladen, und sie lässt ein Foto künstlich altern.