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Killer’s Security: Digital-Thriller | BR24

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Achim Killer

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Killer’s Security: Digital-Thriller

In den Online-Nachrichten berichtet Achim Killer diesmal über Intel-Sicherheitslücke "Zombieload" und den WhatsApp-Bug. Zwei High-Tech-Thriller. Aber nach der Installation von Firmware- und App-Update kann man sich gefahrlos gruseln.

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Politische Aufregung gab’s diese Woche wieder um Facebook: Frankreichs Präsident Macron hatte am Dienstag zum sogenannten Christchurch-Gipfel nach Paris geladen. Der Facebook-Chef Mark Zuckerberg war angereist und hat versprochen, dass sowas wie vor zwei Monaten in Australien nicht wieder vorkommen soll. Damals hatten ja Terroristen zwei Moschen in Christchurch gestürmt, 51 Menschen getötet und den Anschlag über eine Bodycam live auf Facebook übertragen. Der Konzern will Livestreams jetzt stärker kontrollieren.

Etliche Politiker empören sich derweil darüber, dass ihre Twitter- und Facebook-Accounts kurzzeitig gesperrt werden. Die Konzerne müssen wegen des politischen Drucks auf sie die Verbreitung von Fake-News unterbinden, kriegen das aber nicht richtig auf die Reihe, vor allem weil Computer halt nicht zwischen Falschmeldungen und ironischen Anmerkungen unterscheiden können.

Und mit der US-Senatorin Kamala Harris hat jetzt schon die zweite Bewerberin der Demokraten für die Präsidentschaftswahl nächstes Jahr erklärt, man könne auch mal drüber nachdenken, Facebook zu zerschlagen. – Facebook - mal wieder der Aufreger der Woche.

Zombieload

Und jetzt zu dem, was derzeit die Durchblicker in Sachen Computerei elektrisiert: Zombieload – könnte man übersetzen als: Spezialauftrag für einen digitalen Untoten. Wieder ein Prozessor-Bug. Intel spricht von "Microarchitectural Data Sampling", was einen aber auch nicht klüger macht. Also es ist so: PC-Prozessoren sind richtig im Stress, haben die eine Rechenaufgabe noch nicht erledigt, fangen aber schon mit der nächsten an, um dann wieder zur ersten zurückzukehren. Klar, dass bei so einer Hektik was daneben gehen kann, also die eine Aufgabe kann auf Daten zugreifen, die für die andere bestimmt sind. Und wenn jetzt diese Aufgabe genau für diesen Zweck geschrieben ist - also ein Schadprogramm - dann kann das böse enden. Es gibt aber wohl noch kein solches Schadprogramm, bloß halt die Sicherheitslücke, die ein Schadprogramm ausnutzen könnte. Und die Lücke lässt sich auch meist stopfen, wenn man die Sicherheits-Updates vom Dienstag, vom Patchday, für Windows installiert. Für’n Mac gibt’s auch Updates. Technisch gesprochen, handelt es sich dabei um Firmware-Updates. Firmware wird von den Prozessor-Herstellern geschrieben, in dem Fall von Intel. Und die Betriebssystem-Entwickler haben sich Anfang letzten Jahres, als es losgegangen ist mit den Prozessor-Bugs, deshalb auch erst mal geziert, Firmware-Updates auszuliefern. Mittlerweile tun sie’s aber, was nötig ist. Denn es werden sicherlich noch viele Prozessor-Bugs entdeckt.

Whatsapp-Bug

Und noch’n digitaler Thriller, der sich auf den Gadgets abgespielt hat, die die meisten immer dabei haben, auf Smartphones: Whats-App hat gehackt werden können. Und zwar, so wie’s aussieht, von der israelischen NSO-Group. Das ist ein berühmt-berüchtigtes Unternehmen, das für Geheimdienste arbeitet. Eine ganz große Nummer in der Halbwelt von Spionage und Gegenspionage. Wer’s noch nicht getan hat, sollte WhatsApp umgehend aktualisieren und dann, dann kann man sich ja nachträglich noch ein bisschen gruseln.

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