BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: BR

Achim Killer

Per Mail sharen

    Killer’s Security: Der ganz große Patchday

    Über Sicherheits-Updates berichtet Achim Killer in den Online-Nachrichten. Betriebssystem und etliche Anwendungsprogramme bekommen Software-Flicken. Und für Hardware gibt es Firmware-Updates. Bei PCs geht es schnell. Beim Smartphone kann es dauern.

    Per Mail sharen
    Von
    • Christian Schiffer

    Was war das eigentlich diese Woche? Das fragt man sich ja schon. Eine der größten Razzien der Polizeigeschichte oder doch ein IT-Projekt? So jedenfalls hört sich’s an: die Operation Trojan Shield: der weltweit koordinierte Polizei-Einsatz gegen das organisierte Verbrechen. Über 800 Festnahmen, 8 Tonnen beschlagnahmtes Kokain und 22 Tonnen Cannabis. Im Wesentlichen sei es um die Zerschlagung eines Krypto-Netzwerks gegangen – heißt’s. Also: Kriminelle achten tunlichst darauf, dass niemand mithört oder – liest, wenn sie telefonieren oder chatten. Und da ist es halt ganz dumm gelaufen, dass die Bosse sich ihre Krypto-Handys von einem Unternehmen Namens ANOM haben andrehen lassen. Das nämlich ist von der australischen Polizei und vom FBI gegründet worden und zwar just zu dem Zweck, um präparierte Smartphones unters kriminelle Volk zu bringen. – Ja, IT-Sicherheit beginnt mit der Auswahl eines einen vertrauenswürdigen Anbieters.

    Slowly wegen Fastly

    „Das Internet ist kaputt“, hat heise.de getitelt. Eine wirklich schöne Headline! Amazon, Twitter, Spotify – hat alles nicht so recht funktioniert am Dienstag. Der digitale Alltag war massiv gestört. Woran hat’s gelegen? Ein Problem beim Content Delivery Network Fastly. In der Nähe von großen Internet-Knoten, wie etwa in Frankfurt, da stehen riesige Rechenzentren mit Computern mit vielen Memory-Chips, da wird quasi der beliebteste Teil des Internets zwischengespeichert, damit’s schneller geht bis zum Surfer, damit’s nicht mehr so weit ist. Die arbeiten transparent, solche Content Delivery Networks. So nennt man das in der IT, wenn man über eine Funktion theoretisch quasi hinwegsehen kann. Aber praktisch merkt man’s halt doch, wenn‘s nicht funktioniert. So wie am Dienstag.

    Großer Patchday

    Dienstag, der zweite Dienstag im Juni – Patchday! Microsoft hat Reparatur-Flicken ins Netz gestellt, die Sicherheitslücken abdichten. Da dauert das Runter- und Rauffahren des PCs diese Woche einmal etwas länger, weil Windows dabei die neuen Patches installiert. Man sollte übrigens darauf achten, dass auch andere Microsoft-Programme repariert werden. In den Windows-Einstellungen unter „Erweiterte Optionen“ geht das. Interessant ist auch, wer sonst noch einen Patchday veranstaltet: Adobe – klar! Der pdf-Reader ist immer für ein Sicherheitsproblem gut. Aber auch Intel. 73 Löcher in seinen Chips hat der Konzern diese Woche gestopft – mit Firmware, Software, die fest zu einem bestimmten Stück Hardware gehört. Wenn’s dumm kommt, muss man die wirklich irgendwie reinfieseln in seinen Rechner, die Firmware-Updates, mit einem Software-Werkzeug oder über eine USB-Buchse auf der Hauptplatine. Meistens aber bekommt man von den PC-Herstellern neue Firmware-Versionen, wo die Sicherheits-Patches bereits eingebaut sind. Und ganz bequem ist es, wenn der Microcode eines Prozessor-Chips repariert worden ist, den bekommt man dann per Betriebssystem-Update, mit Windows am Patchday beispielsweise.

    Smartphone-Sicherheit

    Android: Das hat Google repariert. Der 1. Juni 2021 ist das Datum des aktuell sicheren Patch-Levels. Wer sein Handy bei einem seriösen Hersteller gekauft hat, sieht das vielleicht in den nächsten Wochen in den Einstellungen. Manche aber sehen es nie, weil IT-Sicherheit eben immer mit der Auswahl eines vertrauenswürdigen Anbieters beginnt.

    Weitere Ausgaben von Killer's Security finden Sie hier.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!