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Achim Killer
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Bundesregierung krempelt Cyberabwehr um

Wie gefährlich die Computerei doch ist, darum ist’s diese Woche in Politik und Wirtschaft gegangen: Die Bundesregierung will die hiesige Cyberabwehr neu organisieren. Und Vorbild soll das Gemeinsame Terrorismusabwehrzentrum von Bund und Ländern sein. So sollen sich - im Fall des Falles - das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, Polizeibehörden und Verfassungsschutzämter absprechen. Das will die Süddeutsche Zeitung aus Regierungskreisen erfahren haben.

Eine neue Schätzung ist diese Woche auch bekannt worden: Wie groß der Schaden ist, der durch sogenannte "Cybervorfälle" entsteht. Das ist, wenn ein Schussel im Rechenzentrum einen Becher Kaffee in den Server schüttet, aber auch, wenn Hacker geldwerte Daten kopieren oder Steuerungsrechner von Industrieanlagen manipulieren. 500 Milliarden Euro kostet das jährlich. Das sagt ein Unternehmen, das es wissen muss, weil bei ihm viele dieser Schäden versichert sind: die Allianz. Auf 500 Milliarden Euro also belaufen sich die Unfall- und Kriminalitätsfolgen in der IT.

Email-Adressen auf dem Schwarzmarkt

Bei der Neuorganisation der Cyberabwehr spielt natürlich auch der Schock eine Rolle, den Politiker bekommen haben, als sie feststellen mussten, dass ein Youngster aus Hessen ihre Handy-Nummern ins Netz gestellt hat. Aber es ist halt ganz einfach an solche persönliche Daten zu kommen - auch für Kleingangster: Man kann sie auf kriminellen Schwarzmärkten im Netz kaufen. Da herrscht seit Jahren Schlussverkaufsstimmung.

Der IT-Sicherheitsforscher Troy Hunt ist jetzt auf das Angebot von über einer 750 Millionen Mail-Adressen und Passwörtern gestoßen. Die stammen wohl aus den großen Hacks der jüngsten Vergangenheit, und jetzt wird die digitale Beute vertickt. Troy Hunt ist übrigens der, der die Site "Have I Been Pwnd" betreibt. Da kann man nachschauen, ob der eigene Account gehackt worden ist.

Trojaner im Umlauf

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnt aktuell vor zwei Verschlüsselungstrojanern. Der eine heißt "Grand Crab". Die Mail, mit der er kommt, stammt angeblich von einer Frau Namens Saskia Heyne, die sich um eine Stelle bewirbt. Wer der Dame helfen will, hat verloren. Die große Krabbe steckt in Form eines Makros in den angehängten vermeintlichen Bewerbungsunterlagen.

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B5 Online-Nachrichten vom 19.01.2019 - 07:40 Uhr