| BR24

 
 

Bild

Achim Killer
© BR

Autoren

Christian Schiffer
© BR

Achim Killer

Alle haben diese Woche vor Emotet gewarnt, alle, die im öffentlichen Bereich mit IT-Sicherheit zu tun haben, die Cybercrime-Stellen der Landeskriminalämter und das BSI, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Emotet ist ein Trojaner, der derzeit die IT ganzer Unternehmen lahmlegt. War auch schon in den B5-Online-Nachrichten. Es ist der digitale Schädling, der das Klinikum Fürstenfeldbruck befallen hatte, der, der per Mail kommt. Im Anhang steckt er, in einer Word-Datei, die oft als Rechnung getarnt ist, damit man erschreckt und Dummheiten macht, also in dem Fall Makros zulässt. Ein Makro ist ein kleines Programm innerhalb von Office-Dateien wie einem Word-doc. Das kann nützlich sein, aber auch bösartig. In dem Fall ist es bösartig und lädt Schadcode aus dem Internet nach, meist solchen, der dann Dateien auf dem befallenen Rechner verschlüsselt und ihn unbrauchbar macht. Die Gauner, die Emotet verschicken, haben alle kriminellen Register gezogen, sogar aus dem der NSA geklauten Giftschrank haben sie sich bedient und Schadcode daraus verwendet. Entscheidend ist aber, dass man sehr persönlich angesprochen wird, mit richtigem Namen, korrekter Anrede und so. Damit wird man eingelullt.

Also man muss einfach misstrauisch sein bei Mails, darf keine Makros von Anhängen zulassen, muss alle Sicherheits-Updates installieren. Und weil Emotet verschlüsselt, kann man ihn und die andere Krypto-Pest ins Leere laufen lassen, indem man regelmäßig Sicherungskopien zieht.

Browser-Sterben

Microsoft soll seinen Browser Edge aufgeben, heißt’s. Microsoft hat ja zwei, außer Edge noch den Internet-Explorer. Der ist über die Jahre fett geworden, hat neue Funktionen bekommen, die meist keiner braucht. Und deshalb hat der Konzern vor drei Jahren mit Edge einen Neuanfang probiert. War wohl aber nix. Unter 5 Prozent Marktanteil liegt Edge derzeit – auf PCs. Keine Chance gegen Google’s Chrome. Der hat weit über 60 Prozent. Keine Chance gegen Chrome haben auch die anderen Browser. Bis auf den Firefox in Deutschland vielleicht. Der hat hier immerhin einen Marktanteil von über 30 Prozent. Aber ansonsten führt überall unangefochten Chrome – auf PCs. Ja und auf Handys sowieso. Microsoft will einen neuen Browser entwickeln. Und der soll auf Chromium aufbauen. Chromium ist der Open-Source-Teil von Google’s Chrome. Der Teil, der nichts kostet, den Software-Häuser nach Gusto weiterverwenden können.

Apropos: Ein neuer Chrome ist fertig. Chrome Nummer 71. Den wird Google in den nächsten Tagen Verteilen. Jede Menge Sicherheitslöcher hat der Konzern abgedichtet. Rechts oben unter „Hilfe“ und dann „Über Google Chrome“, da kann man nachschauen, welche Version man installiert hat.

Roboter tritt in Gewerkschaft ein

Und die Meldung zum Schluss: Die Digitalisierung stellt ja auch die Gewerkschaften vor neue Herausforderungen. Und deshalb hat der Verband Angestellte Schweiz jetzt erstmalig einen Roboter aufgenommen, einen aus der Modellreihe Pepper vom japanischen Internet-Konzern Softbank. Es ist ein sogenannter Cobot, kein Industrieroboter, der in der Fabrik in einem Stahlkäfig steht, sondern einer, der mit den Menschen zusammenarbeitet, kooperiert, ein Cobot halt. Ist sicherlich gut, Cobots in Gewerkschaften einzubinden, damit sie schön mit Menschen kooperieren und nicht konkurrieren.

Weitere Ausgaben von Killer' Security finden Sie hier.

Autoren

Christian Schiffer

Sendung

B5 Online-Nachrichten vom 08.12.2018 - 07:05 Uhr