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Keine Duldung von Holocaust-Leugnung - viel Lob für Facebook | BR24

© dpa

Der Facebook Inc. Firmensitz in Menlo Park, Kalifornien.

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    Keine Duldung von Holocaust-Leugnung - viel Lob für Facebook

    Anfang der Woche hat Facebook-Chef Mark Zuckerberg angekündigt, künftig Inhalte von Facebook zu sperren, welche den Holocaust verharmlosen oder leugnen. Die jüdische Gemeinde begrüßt diese Entscheidung. Sie hält sie für lange überfällig.

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    Am Montag hat Facebook-Gründer Mark Zuckerberg bekannt gegeben, dass das soziale Netzwerk die Regeln im Bezug auf Hate Speech und Antisemitismus ändern wird. "Angesichts von Daten, die zeigen, dass antisemitische Gewalt zunimmt, hat sich mein Denken weiterentwickelt, ebenso wie unsere Regeln zu Hassreden", so Zuckerberg in einem Facebook-Post. Somit werden in Zukunft alle Inhalte, welche den Holocaust verharmlosen oder leugnen von der Plattform verbannt. User, die auf dem Netzwerk nach dem Begriff Holocaust suchen, werden künftig direkt an bestimmte verifizierte Quellen weitergeleitet, wo sie sich angemessen informieren zu können.

    Zuspruch von Jüdischen Weltkongress

    Von der jüdischen Gemeinde weltweit erhält Zuckerbergs Entscheidung Zuspruch. Das American Jewish Committee sowie der Jüdische Weltkongress lobten die Maßnahmen. "Der Jüdische Weltkongress rät Facebook seit Jahren, Beiträge, die den Holocaust leugnen, von seiner Plattform zu löschen", erklärte die Organisation am Montag.

    Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem zeigt sich hoffnungsvoll

    Auch die internationale Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem lobte die neuen Maßnahmen. Die Organisation setze sich schon länger dafür ein, Holocaust-Leugnung als Antisemitismus und Hassrede einzuordnen. In einer Mitteilung vom Montagabend äußerte sich Iris Rosenberg, die Leiterin der Kommunikationsabteilung der Gedenkstätte, in der Hoffnung “dass sie mit der Zeit dazu beitragen werden, alle Formen von Antisemitismus, Hass und Fanatismus zu bekämpfen, die uns sowohl online als auch offline plagen”.

    Avner Schalev, der scheidende Direktor der Yad Vashem Gedenkstätte, schrieb in seinem jüngsten Brief an Mark Zuckerberg, dass Antisemitismus nicht einfach durch Schlagwörter, Phrasen oder Algorithmen zu identifizieren sei. Vielmehr seien menschliches Verständnis und Sensibilität erforderlich, um solche Beiträge zu erkennen und zu verbannen.

    Internationales Auschwitz Komitee lobt Maßnahmen

    Zuspruch für die Entscheidung, holocaustleugnende Inhalte von Facebook zu verbannen, gab es auch vom Internationalen Auschwitz Komitee (IAK), der Vereinigung von Auschwitz-Überlebenden. Angesichts der weltweiten Einflussmöglichkeiten, sowie der hohen Nutzerzahl der Plattform, sei die Entscheidung “lange überfällig” gewesen. IAK-Exekutiv-Vizepräsident Christoph Heubner begrüßte sie ausdrücklich: "Angesichts der weltweiten Gewaltbereitschaft von Antisemiten und rechtsextremen Hasspredigern ist diese Entscheidung von großer symbolischer Bedeutung. Holocaust Leugner werden ihre Lügen und ihren Hass nicht mehr über Facebook verbreiten können." Es sei gut, dass Facebook-Chef Zuckerberg letztlich doch die Bedeutung seiner Macht und die verbale und reale Existenz rechtsextremen und antisemitischen Hasses erkannt habe.

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