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Kartellamt schränkt Facebooks Datensammlerei ein | BR24

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Das Bundeskartellamt hat Facebook das Datensammeln außerhalb seines Netzwerks z.B. mit dem "Like"-Button untersagt. Die Behörde sieht darin unfairen Wettbewerb. Facebook missbrauche seine marktbeherrschende Stellung in Deutschland.

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Kartellamt schränkt Facebooks Datensammlerei ein

Das Bundeskartellamt hat Facebook das Datensammeln außerhalb seines Netzwerks z.B. mit dem "Like"-Button untersagt. Die Behörde sieht darin unfairen Wettbewerb. Facebook missbrauche seine marktbeherrschende Stellung in Deutschland.

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Das Bundeskartellamt schränkt die Sammlung und Verarbeitung von Nutzerdaten durch Facebook stark ein. Facebook besitze in Deutschland eine marktbeherrschende Stellung und missbrauche sie, erklärte die Behörde. Facebook dürfe Daten aus verschiedenen Quellen, etwa dem Messenger-Dienst Whatsapp und der Foto-Plattform Instagram, nur mit Zustimmung der Nutzer zusammenführen, teilte die das Bundeskartellamt in Bonn mit.

Zwölf Monate Frist für Änderungen bei Facebook

Die Einschränkungen betreffen demnach auch die Verwendung des "Like"-Buttons auf Internetseiten anderer Anbieter. Ein zentraler Kritikpunkt der Wettbewerbshüter aus Bonn ist, dass man der Datenerhebung "als Gesamtpaket" zustimmen muss, um Facebook überhaupt nutzen zu können.

Das Online-Netzwerk bekam zwölf Monate Zeit, sein Verhalten zu ändern, und muss innerhalb von vier Monaten Lösungsvorschläge präsentieren.

Facebook will sich zur Wehr setzen

Facebook will gegen die Entscheidung des Bundeskartellamts vorgehen. "Wir werden Beschwerde gegen den Beschluss einlegen", kündigte das weltgrößte Internet-Netzwerk umgehend an. Den Einspruch will das Unternehmen innerhalb eines Monats vor dem Oberlandesgericht in Düsseldorf einlegen.

Facebook ist der Ansicht, dass das Kartellamt den starken Wettbewerb in Deutschland durch andere Anbieter wie die Google-Tochter YouTube, Snapchat oder Twitter unterschätzt. Zudem bewerteten die Aufseher die Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung durch Facebook falsch. Außerdem werde das Wettbewerbsrecht in verfehlter Weise angewendet, da es Sonderanforderungen an das Unternehmen stelle, die nur für Facebook gelten sollten.

Die Bonner Wettbewerbshüter hatten das Verfahren gegen Facebook im März 2016 eingeleitet. Auch den US-Onlineriesen Amazon hatte die Behörde ins Visier genommen.

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Das Bundeskartellamt will die Daten-Sammelwut von Facebook zügeln. Bislang führt der Konzern Daten aus verschiedenen Quellen zusammen - etwa aus Whatsapp und Instagram. Hier verlangt die Behörde Änderungen.