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Kampf gegen zweite Welle: Zu wenige nutzen die Corona-Warn-App | BR24

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Die Corona-Warn-App ist bereits 17 Millionen Mal heruntergeladen worden. Das ist nicht genug, fürchten Experten.

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    Kampf gegen zweite Welle: Zu wenige nutzen die Corona-Warn-App

    Bislang hilft die Corona-Warn-App nur in Einzelfällen. Könnte sie bei der Eindämmung einer möglichen zweiten Welle trotzdem einen Beitrag leisten? Vermutlich ja, doch sie wird noch von zu wenigen Menschen genutzt. Auch die Technik ist ausbaufähig.

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    Als die Corona-Warn-App im Juni vorgestellt wurde, hatte die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Deutschland gerade Tiefstwerte erreicht. Das erklärte Ziel war es damals, bei einer möglichen zweiten Welle technische Unterstützung zu haben. Nun, da die Infektionszahlen wieder steigen und viele eine zweite Welle und erneute Kontaktbeschränkungen befürchten, wäre die Stunde der Corona-Warn-App gekommen. So zumindest die Hoffnung. Doch bislang nutzen wohl zu wenige Menschen die Corona-Warn-App, um wirklich für spürbare Sicherheit zu sorgen.

    17 Millionen Downloads - trotzdem zu wenig?

    Bislang hat die Corona-Warn-App 17 Millionen Downloads verzeichnet. Das bedeutet allerdings nicht, dass auch 17 Millionen Menschen die App nutzen. Einerseits finden viele der Downloads auf Zweitgeräten statt. Außerdem sind viele wirkungslos, weil etwa bestimmte ältere Smartphones die Corona-Warn-App nicht unterstützen oder die Nutzer die benötigte Bluetooth-Verbindung nicht aufrecht erhalten. Letztendlich ist auch nicht klar, wie viele Menschen die App wieder deinstalliert haben.

    Gert Wagner, Mitglied des Sachverständigenrats für Verbraucherfragen, sagte der Welt am Sonntag, man müsse die Zahl der Downloads mindestens verdoppeln: "Rein rechnerisch liegt bei einem Kontakt eines Infizierten mit einem Unbekannten die Wahrscheinlichkeit, dass beide Personen die App haben, bei sechs Prozent."

    Noch ist Raum für Verbesserungen

    Ein weiteres Problem: Im Ausland funktioniert die Corona-Warn-App nicht. Zwar ist schon seit Längerem geplant, die das Kontakt-Tracing zwischen verschiedenen EU-Staaten kompatibel zu machen - etwa indem die österreichische Stopp Corona-App Daten mit der deutschen Corona-Warn-App austauscht. Diese technische Herausforderung ist allerdings bislang noch nicht gemeistert. Das ist besonders kritisch, da einige der aktuellen Infektionen durch Urlaubs-Heimkehrer entstehen.

    Nun bleibt die Hoffnung, dass vor einer möglichen zweiten Welle in Europa die technischen Probleme ausgeräumt sind - und die Nutzungszahlen von Kontakt-Tracing-Apps deutlich steigen. Nur dann könnte die Corona-Warn-App wohl einen spürbaren Unterschied machen.

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