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Jetzt auch shoppen bei Facebook | BR24

© Picture Alliance/dpa/Silvia Marks

Via Facebook sollen User künftig auch shoppen können.

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    Jetzt auch shoppen bei Facebook

    Facebook macht Amazon und Ebay Konkurrenz: Das Netzwerk will zur Plattform für Online-Shops werden - und kann dabei auf seine enorme Reichweite bauen. Gegenwind droht von den Kartellbehörden.

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    Facebook startet einen neuen Anlauf, um Online-Shopping auf der Plattform zu mehr Popularität zu verhelfen. Es ist bereits der zweite Versuch. Das Besondere diesmal: Facebook-Chef Mark Zuckerberg ist direkt involviert.

    Mit den kostenlosen Facebook-Shops können Unternehmen ihre Produktkataloge auf ihrer Facebook-Seite oder dem Instagram-Profil veröffentlichen. Nutzer finden die Shops direkt auf der Seite des Einzelhändlers - oder sie klicken auf eine Werbeanzeige, die sie zu einem Shop innerhalb von Facebook führt, statt sie zur eigenen Internetseite des Anbieters weiterzuleiten. Über Chatdienste wie Messenger, WhatsApp oder Instagram soll es ebenfalls möglich sein, Produkte direkt an Kunden zu verkaufen. So sei Einzelhändlern der Zugang zu den fast drei Milliarden Nutzern des Unternehmens möglich, sagte Zuckerberg.

    Ausprobieren mit "Augmented Reality"

    Außerdem gibt es eine Live-Shopping-Funktion: Waren, die in einem Live-Videostream präsentiert werden, können mit einem Link versehen und darüber direkt verkauft werden. Wer Produkte wie Kleidung, Kosmetik oder Brillen ausprobieren möchte, soll dies mithilfe einer "Augmented Reality"-Anwendung machen können: Die virtuellen Gegenstände oder Produkte sollen mit dem echten Bild aus der Webcam des Nutzers gemischt werden.

    Die Einrichtung und der Betrieb der Shops soll kostenlos sein. In Deutschland ist die Funktion bereits freigeschaltet. Lediglich bei der Bezahlfunktion würden Gebühren fällig, teilte Facebook mit.

    In einem Live-Videostream betonte Zuckerberg, dass man damit vor allem kleineren Unternehmen helfen wolle, deren stationäre Ladengeschäfte wegen der Corona-Pandemie geschlossen seien und nun verstärkt online ihre Waren absetzen wollten. Solche kleinen Unternehmen seien die "überwiegende Mehrheit" der Facebook-Werbetreibenden, sagte Zuckerberg. "Daher ist es auch für das Geschäft von Facebook wichtig, sicherzustellen, dass sie funktionieren können."

    Schon früher Versuche mit Shopping-Funktionen

    Dass das Unternehmen die Shop-Funktion nun als "Riesending" verkauft, dürfte viel mit der direkten Beteiligung seines Gründers zu tun haben. Das soziale Netzwerk hat schon früher versucht, Shopping-Funktionen einzubauen. Doch mit der Integration von Verkaufs-Buttons und "virtuellen Geschenken" war man bislang nicht erfolgreich. Seit mehr als vier Jahren haben Unternehmen sogar die Möglichkeit, ihre Produktkataloge hochzuladen. Das lief damals als "Facebook Page Shop" und erlaubte weitgehend dieselben Funktionalitäten, wie sie Zuckerberg jetzt als große Neuigkeit anpries.

    Dennoch ist es zunächst ein gutes Zeichen, wenn der Chef persönlich involviert ist. Das deutet darauf hin, dass die Funktion auch auf längere Sicht verfügbar ist. Gerade für kleinere Unternehmen ist das wichtig zu wissen.

    In der Vergangenheit hatte der Konzern immer wieder neue Funktionen gestartet, um diese dann nach ein paar Monaten einzustellen. So hatten viele Verlage vor sechs Jahren verstärkt in Nachrichteninhalte und Videoformate investiert, die sie speziell für Facebook konfektioniert hatten. Doch nach dem Cambridge-Analytica-Skandal wollte der Konzern von den "Medienpartnerschaften" für seinen News-Feed plötzlich nichts mehr wissen. Die Inhalte wurden zurückgestuft, die Zugriffe auf diese Angebote ging zum Teil dramatisch zurück.

    Kartellbehörden prüfen rechtliche Schritte

    Mit dem neuen Anlauf, stärker im Shopping-Geschäft mitzumischen, will das Netzwerk vor allem sein unter der Corona-Pandemie leidendes Anzeigengeschäft ankurbeln. Um gefunden zu werden, müssen die Händler auf sich aufmerksam machen - mit Werbung. Dafür geben sie schlussendlich Geld aus. Das sind die "Gebühren", von denen Zuckerberg nicht sprach.

    Ob das Unternehmen seine neuen Shopping-Ideen tatsächlich so fortsetzen kann, ist übrigens nicht garantiert. Die Kartellbehörden in den USA, darunter die Handelskommission FTC, das US-Justizministerium sowie 47 Generalstaatsanwaltschaften, prüfen derzeit kartellrechtliche Schritte gegen Facebook. Sie halten das Unternehmen mit seinen drei Milliarden Nutzern weltweit mittlerweile für zu groß. Zuckerberg sieht das locker und beschwichtigt: "Alles, was wir tun, wird einer genauen Prüfung unterzogen."

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