Wie toxisch ist Instagram für junge Menschen?

Wie toxisch ist Instagram für junge Menschen?

Bildrechte: picture alliance/AP Photo | Rick Bowmer
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    Jedes dritte Mädchen fühlt sich wegen Instagram schlechter

    Jedes dritte Mädchen fühlt sich wegen Instagram schlechter

    Facebook hat jahrelang Daten unter Verschluss gehalten, die zeigen, wie negativ sich die Nutzung von Instagram auf viele Jugendliche auswirkt. Vor allem Mädchen sind betroffen. Facebook behauptet nun, es seien positive und negative Effekte zu sehen.

    Interne Facebook-Dokumente legen offen, was der Social-Media-Gigant schon seit Jahren weiß: Dass die Facebook-Tochter Instagram für die mentale Gesundheit von vielen jungen Nutzern schädlich ist. Besonders gefährdet seien Mädchen im Teenageralter.

    Fast die Hälfte der Instagram-User ist 22 oder jünger, vor allem bei Teenagern ist Instagram viel beliebter als Facebook. Doch der Fokus auf Influencer-Lifestyle und Schönheitsideale macht vielen jungen Menschen zu schaffen.

    Jedes dritte Mädchen betroffen

    Instagram untersucht regelmäßig, wie sich die Nutzung von Instagram auf sein junges Publikum auswirkt. Das Wall Street Journal hat nun enthüllt, was in diesen Untersuchungen herauskam:

    Ein Fokus lag auf Problemen bei der Selbstwahrnehmung, also jugendlichen Mädchen, die mit ihrem Körper unglücklich sind, weil er nicht einem empfundenen Schönheitsideal entspricht. Instagram weiß seit mindestens zwei Jahren, dass die App solche Gefühle für jedes dritte jugendliche Mädchen schlimmer macht.

    Zudem geben Jugendliche Instagram die Schuld für Angststörungen und Depressionen. Und zwischen 6 und 13 Prozent der Jugendlichen mit Suizidgedanken konnten diese Gedanken auf Instagram zurückführen.

    Daten geheim gehalten

    Facebook hatte diese Erkenntnisse unter Verschluss gehalten. Noch im Mai hatte Instagram-Chef Adam Mosseri gesagt, der Einfluss von Instagram auf das Wohlbefinden von Teenagern sei "sehr gering". Möglich wurde die Enthüllung nur durch einen namenlosen Whistleblower.

    Facebook verteidigt sich

    In den USA stoßen die Enthüllungen des Wall Street Journal auf ein breites Echo. Die Senatoren Richard Blumenthal und Marsha Blackburn haben eine Untersuchung angekündigt. Auch eine von Facebook geplante "Instagram for Kids"-App, die speziell Unter-13-Jährige ansprechen sollte, könnte damit in die Kritik geraden.

    Facebook geht indes in die Defensive, und veröffentlichte einen Blogpost mit einer Gegenposition. Darin ist die Rede von einer "Wippe" negativer und positiver Erfahrungen auf Social Media. Die im Wall Street Journal veröffentlichten Daten seien negative Einzelbeispiele: "Probleme wie das soziale Vergleichen mit anderen oder Angststörungen existieren auf der Welt, also existieren sie nun einmal auch in den sozialen Medien", so Instagram-Öffentlichkeitsbeauftragte Karina Newton.

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