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Instagram-Werbung: Was heißt das Cathy-Hummels-Urteil für mich? | BR24

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Das Landgericht München hat die Klage gegen die Influencerin Cathy Hummels abgewiesen. Die Entscheidung stärkt die Position von Instagram-Nutzern und Influencern. Trotzdem bleibt die Rechtslage unsicher.

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Instagram-Werbung: Was heißt das Cathy-Hummels-Urteil für mich?

Das Landgericht München hat die Klage gegen die Influencerin Cathy Hummels abgewiesen. Die Entscheidung stärkt die Position von Instagram-Nutzern und Influencern. Trotzdem bleibt die Rechtslage unsicher.

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Die Klage gegen Cathy Hummels ist abgewiesen. Das Landgericht München hat heute zugunsten der Influencerin entschieden. Hummels hatte in gut einem Dutzend Instagram-Posts die Marken von Produkten verlinkt, ohne diese als "Werbung" zu kennzeichnen. Der Verband "Sozialer Wettbewerb" sah darin Schleichwerbung und klagte gegen sie - Hummels verteidigte sich mit dem Argument, kein Geld für die Posts erhalten zu haben. Sie betrachte sich als Frauenzeitschrift - in denen sei es ja auch völlig normal, Produktmarken zu nennen. Nun hat das Landgericht München ihr recht gegeben.

Was bedeutet die Entscheidung für andere Verfahren?

Das Landgericht München hat damit ein anderes Urteil gefällt als die Landgerichte Osnabrück und Berlin. Die haben in sehr ähnlichen Verfahren gegen die Influencerinnen Aenna Xoxo und Vreni Frost zugunsten der Kläger entschieden - auch wenn das Kammergericht Berlin das letztere Urteil seitdem in Teilen wieder aufgehoben hat.

Wichtig ist: Die Gerichte in Berlin, Osnabrück und München haben unabhängig voneinander entschieden - keines der Urteile macht die anderen nichtig. Klarheit könnte nur eine höhere Instanz wie der Bundesgerichtshof schaffen - oder aber der Gesetzgeber durch eine Anpassung der Gesetze an das digitale Zeitalter.

Die Frage, was auf Instagram Werbung ist und was nicht, ist in Deutschland also nach wie vor nicht abschließend geklärt.

Was bedeutet die Entscheidung für mich?

Die Richterin im Fall Cathy Hummels hat betont: Ihre Entscheidung fiel zumindest teilweise wegen Hummels' hoher Follower-Zahl. Ein Account mit fast einer halben Million Follower sei vergleichbar mit traditionellen Medien und genieße deshalb die gleichen Rechte wie ein Mode-Magazin, welches Marken und Preise der Produkte nennt, die darin vorgestellt werden.

Das heißt: Selbst wenn sich zukünftige Verfahren an der Entscheidung des Landgerichts München orientieren, das Landgericht hat sich auf einen sehr speziellen Fall bezogen. Und da die allermeisten Instagram-Nutzer deutlich weniger Follower als Cathy Hummels haben, ist es unwahrscheinlich, dass diese in eine ähnliche Situation geraten könnten.

Was darf ich auf Instagram posten - was nicht?

Die gute Nachricht ist: Auch wenn das Cathy Hummels-Urteil keine Sicherheit für kleine und private Instagram-Nutzer bietet, müssen diese sich ohnehin wohl keine Sorgen machen. Alle Influencer, die bisher wegen Abmahnungen vor Gericht zogen, hatten über fünfzigtausend Follower. Solange man weit von dieser Zahl entfernt ist, muss man sich keine Sorgen machen.

Es gibt auch Anwaltskanzleien, die auf der Suche nach leicht verdientem Geld auch Abmahnungen an User verschicken, die ihren Instagram-Account offensichtlich eindeutig nicht gewerblich betreiben. In diesem Fall raten Experten: Ruhig bleiben, sich informieren und erst einmal nicht zahlen. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Kanzlei eine solche Zahlung vor Gericht durchsetzen kann.

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Cathy Hummels macht auf ihrer Instagram-Seite keine Schleichwerbung. Das hat das Landgericht München heute entschieden und damit eine Klage des sogenannten Verbands Sozialer Wettbewerb zurückgewiesen.