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Das YouTuber-Paar Julian «Julienco» Claßen und Bianca «Bibi» Claßen stehen beim YouTube-Jahresrückblick 2018 in Berlin.
© pa-dpa
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Das YouTuber-Paar Julian «Julienco» Claßen und Bianca «Bibi» Claßen stehen beim YouTube-Jahresrückblick 2018 in Berlin.

Anfangs Kosmetik-Produkte in ihren Schmink-Tutorials, dann auch Reiseveranstalter in ihren "Follow-Me-Around"-Videos und jetzt halt Baby-Kleidung. Auf ihrem Youtube-Kanal "Bibis Beauty Palace" hält die 25-jährige Youtuberin und Influencerin unterschiedlichste Produkte in die Kamera. In der Videobeschreibung finden sich dann oft die entsprechenden Links zu den Produkten in Online-Shops. Das ist Werbung. Manchmal subtiler, manchmal weniger subtil.

Jeder Dritte hat bereits ein Influencer-beworbenes Produkt gekauft

Gerade im Kosmos der Plattformen Youtube und Instagram finden sich diese und weitere Spielarten von Werbung mit Influencern zuhauf. Damit wird aber nicht nur die ganz junge Gruppe von Konsumenten angesprochen: Fast die Hälfte (48%) der Deutschen wäre bereit, ein von Influencern beworbenes Produkt zu kaufen. Knapp ein Drittel hat bereits ein Produkt aufgrund von Influencer-Marketing gekauft. Zu dem Ergebnis kommt eine repräsentative Befragung der Prüfungs- und Beratergesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC).

Offensichtlich ist das Vertrauen in Produktpräsentationen von Influencern gerade in der Zielgruppe von 16 bis 29 Jahren besonders hoch: Von ihnen geben über die Hälfte der Befragten an, schon mindestens einmal ein von Influencern beworbenes Produkt gekauft zu haben. Interessant ist aber auch, dass 15% in der Gruppe der 50- bis 59-Jährigen und 11% in der Gruppe der über 60-Jährigen dies angeben.

Inspiration und Rabatte

Die Kennzeichnungspflicht für Werbung in den sozialen Netzwerken hat dem Vertrauen in Influencer zumindest offenbar nicht geschadet. Viele Konsumenten stimmen der Aussage zu "Ich vertraue den Vorschlägen des Influencers". Wenn es nach ihnen geht, sollen Influencer dann aber umfangreiche Kenntnisse zum Produkt haben und authentisch auftreten. Jüngeren Konsumenten ist es außerdem wichtig, dass sie sich selbst mit den Influencern identifizieren können.

"Bisher scheint die Kennzeichnungspflicht für werbliche Inhalte das Vertrauen der jungen Konsumenten in die Empfehlungen der Influencer nicht zu erschüttern." Christian Wulff, PwC Deutschland

Für jüngere Konsumenten spielt außerdem der Aspekt eine große Rolle, sich Inspiration bei Influencern zu suchen. Zum Beispiel was in die eigene Wohnung oder WG noch gut hineinpassen würde, welche Klamotten und Marken interessant sein könnten, oder welche Restaurants in der Stadt man vielleicht mal noch ausprobieren sollte. Zudem erhoffen sie sich, durch Influencer Vorteile, etwa in Form von Gutscheinen oder Rabatten.

Auswüchse von Influencer-Marketing

Dass Influencer-Marketing immer bedeutender wird, geht einher mit dem veränderten Mediennutzungsverhalten der Bürger. Die durchschnittliche tägliche Internet-Nutzungsdauer nimmt weiter zu, vor allem auch bei älteren Personengruppen. Außerdem werden Plattformen wie Youtube und Instagram stärker genutzt. Wenn sich dieser Trend weiter fortsetzt, dann wird Influencer-Marketing für viele Unternehmen wohl bald genauso üblich sein, wie Plakat- oder TV-Werbung.

Dass ein umkämpfter Werbemarkt dann aber das Potenzial hat, völlig über das Ziel hinauszuschießen zeigen auch jetzt schon Beispiele wie das Folgende einer Pferde-Influencerin. Auch wenn es so scheinen mag, das ist keine Parodie, sondern echte Uhren-Werbung.