Zurück zur Startseite
Netzwelt
Zurück zur Startseite
Netzwelt

In Erlangen lernen Maschinen das Riechen | BR24

© Picture Alliance

Das Fraunhofer-Institut in Erlangen

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

In Erlangen lernen Maschinen das Riechen

Das Fraunhofer-Institut in Erlangen: Hier haben Forscherinnen bei der langen Nacht der Wissenschaften gezeigt, wie Künstliche Intelligenzen einen Geruchssinn erhalten können. Außerdem: Wann ist KI zu gefährlich, um veröffentlicht zu werden?

Per Mail sharen
Teilen

„Campus der Sinne“, so heißt eine Abteilung am Fraunhofer-Institut in Erlangen. Hinter dem poetischen Namen steht ein hochkomplexes und technisch anspruchsvolles Anliegen: Die Wissenschaftler am Campus der Sinne haben sich vorgenommen, die menschlichen Sinne digital zu erfassen. „Konzentrieren wollen wir uns zunächst auf die Sinne Geruch und Geschmack“, sagt Jens-Uwe Garbas, der Leiter der Abteilung. Am Ende sollen Sensoren stehen, die zum Beispiel riechen können wie ein Mensch. Kein leichtes Unterfangen, denn der menschliche Geruchssinn ist bislang die Sinneswahrnehmung, über deren genaue Funktionsweise bislang am wenigsten bekannt ist.

Die KI trainiert das Riechen

Und so kommen im Campus der Sinne die verschiedensten Disziplinen zusammen: Humanwissenschaftler, Experten für Sensoren und Forscher, die sich mit Künstlicher Intelligenz auskennen. Die künstliche Intelligenz trainiert am Beispiel von Menschen, wie Menschen auf bestimmte Gerüche reagieren und überführt die Sinneswahrnehmung in digitale Systeme. „Wir wollen so Menschen helfen, die sensorische Defizite haben“ erklärt Garbas. Möglicherweise könnten die riechenden Maschinen auch irgendwann dazu eingesetzt werden, Krankheiten zu erschnüffeln.

Optimierung mit Hilfe von künstlicher Intelligenz

Der Talk zu den riechenden Maschinen waren nur einer von vielen Kurzvorträgen, die am Samstag im Rahmen der langen Nacht der Wissenschaften am Fraunhofer-Institut für integrierte Schaltungen (IIS) zum Thema „Künstliche Intelligenz“ gehalten wurden. Außerdem ging es um die Frage, wie Künstliche Intelligenz dabei helfen kann, Patientendaten besser auszuwerten und die Pathologie dabei zu unterstützen, Krebszellen schneller und zuverlässiger zu erkennen. Auch Anwendungen, die Abläufe in Fabriken und Fertigungsprozesse optimieren sollen, wurden an dem Abend vorgestellt, ebenso wie Ideen, wie mittels künstlicher Intelligenz Fahrpläne im Schienenverkehr verbessert werden können.

Diese KI ist zu gefährlich für eine Veröffentlichung

Aber auch das Missbrauchspotenzial der Technologie spielt eine Rolle. In einem Talk stellt der Machine Learning-Experte Lucian Hahn den Stand der Technik in Sachen maschinellem Sprachverständnis vor. Künstliche Intelligenzen seien heute schon gut darin, eigenständige Texte zu verfassen – vielleicht auch zu gut. Im Februar stellte die Non-Profit-Organisation Open AI eine künstliche Intelligenz vor, die Texte versteht und schreibt. Die Forscher entscheiden sich aber Software nicht zu veröffentlichen. Die Angst: Irgendwann könnten Algorithmen das Netz mit automatisch produzierten Fake-Texten fluten.

Audio: Studierendenprojekt: Chancen und Risiken Künstlicher Intelligenz

© BR

Welchen Einfluss hat Künstliche Intelligenz schon jetzt auf unser Leben? Dieser Frage sind 300 Studierende aus Würzburg, Schweinfurt und Frankfurt in einer Multimedia Reportage nachgegangen.