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Harte Zeiten für Impfgegner auf Facebook und Amazon | BR24

© picture alliance / dpa Themendienst

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Harte Zeiten für Impfgegner auf Facebook und Amazon

Amazon hat Anti-Impf-Dokus aus dem Prime-Programm gestrichen. Auch Youtube und Pinterest haben bereits reagiert. Nun folgt Facebook, das künftig weniger Inhalte von Impfgegnern anzeigen will. Harte Zeiten für Impfgegner.

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Facebook hat angekündigt, Gruppen und Seiten von Impfgegnern weniger Raum zu geben. Zwar sollen Anti-Impf-Seiten nicht gesperrt werden, es soll aber nicht mehr möglich sein, für sie Werbung zu schalten. Auch in der Suche sollen sie weniger prominent platziert werden. Facebook folgt damit einer Entscheidung von Amazon, welches Anfang der Woche angekündigt hatte, fünf Impfgegner-Dokumentationen aus dem Amazon Prime-Programm zu verbannen.

"Impfen? Nein Danke!"

Im Moment machen es Facebook, Amazon und andere Online-Plattformen Impfgegnern immer noch sehr leicht, ihre Behauptungen zu verbreiten. Zwar sind im Internet auch zahlreiche Quellen von qualifizierten Ärzten und medizinischen Anlaufstellen verfügbar – doch die sind meist schwerer zu finden als die Facebook-Gruppen und Blogs von Impfgegnern. Diese verfügen zwar in der Regel über keine medizinische Qualifikation, dafür sind sie umso raffinierter, wenn es darum geht, Klicks und Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Impfen und Autismus

Wer etwa auf Facebook oder Google nach den Stichwörtern "Impfen" oder "Vaccine" sucht, erhält Vorschläge wie "Impfen nein danke" oder "Impfen ist Gift". Von da aus ist es nur ein kleiner Schritt in eine Welt von Verschwörungstheoretikern, in der etwa die seit Jahren widerlegte Behauptung verbreitet wird, Impfungen würden zu Autismus führen. Gefährliche Viren wie das Zika-Virus werden gern als "Schwindel" bezeichnet. Zudem zeigen viele Posts einen stark politischen Einschlag - und nutzen sogar verstorbene Schauspieler als unwissentliche Botschafter, wie hier Heinz Schubert aus "Ein Herz und eine Seele":

© Facebook

Screenshot von der Facebook-Seite "Impfen? Nein, danke"

WHO sieht Impfgegner als "globale Bedrohung"

Spätestens seit die Zahl der Masernerkrankungen wieder ansteigt und die WHO Impfgegner zur "globalen Bedrohung" erklärt hat, sind Impfungen zum Thema eines aggressiv geführten Meinungskrieges geworden, der auch und vor allem im Netz ausgetragen wird - mit drastischen Folgen für manch einen Betroffenen. Kürzlich machte etwa ein junger Amerikaner Schlagzeilen, der sich nach seinem 18. Geburtstag endlich impfen lassen konnte. Vor dem US-Kongress sagte er aus, seine Mutter habe ihre Falschinformationen von Facebook erhalten.

Neben Facebook haben mittlerweile auch andere Netzwerke reagiert: So verweigert Pinterest seit Kurzem Suchanfragen zu Begriffen wie "vaccines cancer". Auf diese Weise bekommen Posts, die einen falschen Zusammenhang zwischen Impfungen und Krebsrisiko herstellen, deutlich weniger Aufmerksamkeit. Und auf Youtube sollen Videos von Impfgegnern keine Werbeeinnahmen mehr erhalten können.

Veschwörungstheorien auf Youtube

Vor allem Youtube gilt generell als wichtige Plattform für Verschwörungstheorien. Viele Experten sind beispielsweise der Auffassung, dass Youtube zum Boom der Theorie beigetragen habe, wonach die Erde eine Scheibe sei. Immer wieder wird zudem dem Youtube-Algorithmus vorgeworfen, er empfehle zu viel zweifelhafte Videos.

© picture-alliance/dpa

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