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Hype um TikTok und die Gefahren der beliebten Video-Plattform | BR24

© picture alliance/Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Kurzvideo auf Social Media-Plattform TikTok

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    Hype um TikTok und die Gefahren der beliebten Video-Plattform

    Social Media-Plattformen haben sich im Alltag wie in den klassischen Medien etabliert. Dabei bekommen Facebook, Instagram und Youtube massiv Konkurrenz von TikTok. Die Musik- und Videoapp beherrscht die Downloadcharts - und birgt auch Risiken.

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    Emma Eckert und Marie-Therese Tounali sind 14 und 15 Jahre alt - und kennen sich aus mit TikTok. Die App liefert ihnen kurze, kreative Videoclips auf ihr Smartphone, immer unterfüttert mit Musik - alles maximal 15 Sekunden lang. Ein bisschen ist Tiktok so etwas wie ein extrem kurzes, musikgeprägtes Youtube. Ursprungsland von TikTok: China. Vorher hieß es Musical.ly und gehört dem StartUp Bytedance. Schon seit drei Jahren gibt es die Video-App, die besonders junge Leute anzieht.

    "Wer es nicht hatte, war wirklich uncool. Wer es nicht konnte, der wurde ausgelacht. Snapchat ist jetzt auch wieder komplett draußen. Dadurch, dass Musical.ly jetzt seinen Namen geändert hat und TikTok heißt, wurde viel mehr drüber geredet und es ist jetzt auch moderner." Emma Eckert, Nutzerin

    TikTok im großen Aufwind bei Jugendlichen

    Über eine Milliarde Mal wurde TikTok weltweit bereits heruntergeladen. In Deutschland nutzen 5,5 Millionen Menschen täglich TikTok. 60 Prozent der Nutzer sind weiblich. Die Zielgruppen sind laut Angaben des Unternehmens 16 bis 25-Jährige. In der Realität sind die Nutzer aber sehr viel jünger – etwa zwischen zwölf und 18 Jahre. Die Videos sind oft Insiderwitze der jungen Generationen. Bei der Pointe wird meist geschnitten und schon kommt der nächste Clip. Kurz und selbstironisch sind die Videos. Eigentlich sollen sie bloß unterhalten. Aber: Es gibt auch eine Schattenseite der App, meint Cornelia Holsten, Direktorin der Bremischen Landesmedienanstalt und für Online-Jugendschutz zuständig.

    "Ich glaube, das größte Risiko liegt darin, dass bei dieser App von Haus aus keine Sicherheitseinstellungen, also keine Privatsheitseinstellungen gegeben sind. Die muss man als Kind am besten mit den Eltern gemeinsam so einrichten. Solange das aber nicht erfolgt ist, ist alles öffentlich. Das heißt: Alle können alles sehen und auch alles kommentieren." Cornelia Holsten, Direktorin Landesmedienanstalt Bremen

    TikTok und der kritische Umgang mit Daten

    Also zum Beispiel auch Hass- Kommentare oder Mobbing verbreiten. Damit Jugendliche die Probleme, die mit den unterhaltsamen Videos auftauchen können, wirklich verstehen, sollten Eltern mit ihren Kindern so konkret wie möglich über die App reden. Wenn dich jemand Fremdes anschreibt, triff dich nicht mit dem, gib deine Adresse nicht preis und schick ihm auch keine Nacktfotos, empfiehlt Cornelia Holsten. Das Problem mit dem Datenschutz ist auch bei den beiden Nutzerinnen Emma und Marie-Therese angekommen:

    "Man muss dafür auf Ton und Kamera zugreifen, also muss das Handy die Erlaubnis geben und alles speichern dürfen. Dadurch hat es einfach alle Daten von deinem Handy." Marie-Therese Tounali, Nutzerin

    Auch Emma und Marie-Therese kennen gewaltverherrlichende Inhalte auf TikTok. Außerdem Inhalte, die viel Nacktheit oder gar Pornographie zeigen. Die beiden Schülerinnen sehen die App auch kritischer als ihre etwas jüngeren Mitschülerinnen, sagen sie. Trotzdem nutzen sie die App regelmäßig.

    "Man macht das, um zu einer Gruppe dazu zu gehören, weil die Leute so beliebt sind, wenn man das so sagen kann. Die Leute, die es nicht können, die haben das Gefühl, eben nicht dazu zu gehören. Weil sie dazugehören wollen, machen sie dann halt auch mit." Emma Eckert, Nutzerin

    Dazugehören, mitmachen und durch die selbst produzierten Musikclips zeigen, welche Talente man hat – im Grunde geht es bei TikTok um das Gleiche wie bei anderen Social Media-Apps. Nur, dass bei TikTok die Jugend bisher unter sich ist. Sobald Ältere dazu kommen, könnte TikTok das Gleiche passieren wie Facebook und Snapchat – die Alten bleiben, die Jungen suchen sich etwas Neues.