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Hände auf einer Computertastatur (Symbolbild)
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Hände auf einer Computertastatur (Symbolbild)

Nach ersten Recherchen der Faktenchecker von BR24 sind in Bayern alle Parteien außer den Freien Wählern und der AfD betroffen: CSU, SPD, Grüne, Linke und die FDP. Bei der CSU sind zum Beispiel die Mobilnummern von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer oder Digitalstaatssekretärin Dorothee Bär genannt, beim Vorsitzenden der CSU-Landesgruppe Alexander Dobrindt sind Briefe an die CDU und SPD hinterlegt. Dobrindt sagte heute bei der CSU-Klausur in Seeon: "Wir sind heute spät nachts darüber informiert worden, dass es da ein Leak gibt, bei dem Daten von Politikern unterschiedlicher Fraktionen betroffen sind. Zurzeit sind die zuständigen Behörden dabei, das aufzuarbeiten."

Dobrindt warnt vor voreiligen Debatten um Datensicherheit

Erste Analysen zeigen, dass die Daten zum Großteil stimmen, teilweise sind sie veraltet. So ist die Handynummer von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nicht mehr aktuell. Bundesinnenminister Horst Seehofer und sein bayerischer Kollege Joachim Herrmann (beide CSU) tauchen nicht im Datensatz auf. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt warnte vor voreiligen Debatten um die Datensicherheit. "Zurzeit sind die zuständigen Behörden dabei, das aufzuarbeiten, zu ergründen, um was geht es eigentlich, welche Daten sind betroffen, um welchen Umfang handelt es sich", sagte Dobrindt am Rande der CSU-Klausur im oberbayerischen Kloster Seeon.

SPD-Politiker Post: Nicht alle mich betreffenden Daten sind echt

Von der SPD sind nach einer ersten Recherche zehn aktuelle Abgeordnete im Landtag betroffen - so zum Beispiel Natascha Kohnen und Markus Rinderspacher. Auch alle aktuellen bayerischen SPD-Bundestagsabgeordneten wie Staatssekretär Florian Pronold und der Münchner Abgeordnete Florian Post tauchen in den Datensätzen auf. Seinen Worten nach sind aber nicht alle ihn betreffenden Daten echt. "Es ist mindestens eine gefälschte Datei dabei. Die gehört mir nicht, sie wurde mir nie geschickt, und ich hab sie nicht gespeichert", sagte Post der Deutschen Presse-Agentur. Diese werde aber in den Listen als seine Datei ausgewiesen. Andere Informationen seien aber echt, so seien beispielsweise Kontoauszüge von ihm veröffentlicht worden. "Man fühlt sich ausgeliefert, ich bin ziemlich geschockt", sagte Post. Er wolle sich nun von einem Anwalt über mögliche rechtliche Schritte beraten lassen.

Auch Grünen-Politiker gehackt

Bei den Grünen wurden Daten von Katharina Schulze, Vorsitzende der Fraktion der Grünen im Landtag, geleakt. Auch private Daten der Bundestagsabgeordneten Dieter Janecek, Margarete Bause und Claudia Roth sind zu finden.

Twitter sperrt Account hinter Veröffentlichung gestohlener Daten

Im Zuge des Hackerangriffs wurden massenweise Daten und Dokumente von deutschen Politikern, aber auch Journalisten, Moderatoren oder Musikern veröffentlicht. Wer hinter dem Angriff steckt, ist noch unklar. Mittlerweile wurde der Twitter-Account, von dem die Daten stammen, gesperrt.

Nachts wurden auch die CSU-Bundestagsabgeordneten in Kloster Seeon über den Hackerangriff informiert, berichtet Landesgruppenchef Dobrindt.

Nachts wurden auch die CSU-Bundestagsabgeordneten in Kloster Seeon über den Hackerangriff informiert, berichtet Landesgruppenchef Dobrindt.