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hackaTUM – Eine Uni sucht die besten Programmierer | BR24

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Beim Hackathon der TU München sucht die Industrie bei den Münchner Studenten per Wettbewerb nach Problemlösungen. Schnell und gut muss der Code sein, deswegen wird durchprogrammiert - 24 Stunden lang. Dann steht der Sieger fest ...

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hackaTUM – Eine Uni sucht die besten Programmierer

Die Technische Universität München sucht die besten Programmierer. Das Ganze gleicht einem Hacker-Marathon. Innerhalb von 24 Stunden müssen die Studenten beim Wettbewerb hackaTUM beweisen, wer die smartesten Anwendungen kreieren kann.

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Die Technische Universität München fordert ihre Informatikstudenten zum vierten Mal heraus. Am Lehrstuhl für Mathematik und Informatik in Garching war das gesamte Wochenende Hochbetrieb. Rund 800 Studenten haben sich 24 Stunden um die Ohren geschlagen - Nonstop an ihren Computern. Mehrere IT-Firmen haben Wettbewerbe ausgeschrieben, eine bestimmte Anwendung zu programmieren oder ein IT-Problem zu lösen. Wer das beste Programm schreibt, konnte Preise gewinnen und sich vielleicht auch schon für einen ersten Job nach dem Studium empfehlen.

„Das ist in jedem Fall auch eine Jobbörse. Gerade die Firmen, die hier Sponsor sind, die sehen dann, der hat vielleicht schon ein interessantes Projekt gemacht, der hat vielleicht schon was Gutes programmiert, der kann was, was in unserem Team fehlt. Die Firmen sparen sich praktisch die Arbeit, Leute zu suchen und die Qualifikation erstmal heraus zu finden.“ Moritz Sternemann, 22 Jahre, Informatik-Student TU München

Programmieren rund um die Uhr

Die Idee stammt aus dem Silicon Valley. Die IT-Riesen wie Apple, Microsoft, IBM oder Google organisieren solche sogenannten Boot-Camps für den Programmierer-Nachwuchs. Die Studenten bekommen bestimmte Aufgaben gestellt und haben in der Regel 24 Stunden Zeit, eine Anwendung zu entwickeln. Inzwischen gibt es diese Wettbewerbe weltweit an vielen Universitäten, die sich zum Kreis der Hochschul-Elite zählen – so auch an der Technischen Universität in München mit ihrem Campus in Garching.

Am Freitagabend haben die Firmen ihre Aufgaben vorgestellt. Danach hatten die Studenten eine Nacht Zeit sich zu entscheiden, an welcher Challenge sie teilnehmen wollen. Der Startschuss fiel dann am Samstagvormittag um 10 Uhr. Ab da hatten die Programmierer-Talente genau 24 Stunden Zeit, eine Applikation zu entwickeln. Die meisten schließen sich in Dreier- oder Vierer-Teams zusammen. An Schlaf ist nicht zu denken. Wer die Aufgabe meistern will, muss bis zum nächsten Morgen am Rechner durchhalten.

„Also primär geht es für uns darum, dass wir ein Wochenende zusammen als Team Spaß haben und eben eine coole Sache entwickeln. Also eine App, die auch jemandem hilft am Ende – das ist unser Hauptziel eigentlich.“ Nico Bschor, 20 Jahre, Informatikstudent TU München

Apps, die das Leben smarter machen

Microsoft zum Beispiel sucht Anwendungen, die Menschen mit Behinderungen den Alltag erleichtern. BMW wünscht sich eine App, mit der die Menschen in der Stadt ihre Autos, Roller, Fahrräder direkt teilen können, ohne dass ein Dienstleister dazwischengeschaltet ist. Der Autovermieter ist ein solcher Dienstleister, sucht nach Mobilitätslösungen der Zukunft. Die IT-Firma JetBrains wünscht sich einfachere Programmierer-Werkzeuge, die auch Nicht-Spezialisten anwenden können und Fortiss hätte gerne eine App, die den Wintertourismus smarter, grüner und effizienter macht. Am Sonntagvormittag kurz vor dem Abgabetermin sind alle immer noch hellwach. Der Vorteil der jungen Frauen und Männer, alle so um die 20 Jahre alt: Man sieht ihnen eine durchgearbeitete Nacht nicht an.

„Das war eine Achterbahnfahrt mit Höhen und Tiefen. Einige Teile waren leichter als gedacht, andere viel schwieriger, bei manchen Aufgaben gab es viel mehr Hürden als erwartet, aber insgesamt sind wir mit unserem Ergebnis ganz zufrieden. Man kann extrem viel dabei lernen, wenn man sich mit Dingen auseinandersetzt, die man bisher noch nicht konnte.“ Ronald Ernst, Informatikstudent, 20 Jahre alt

Am Ende fanden alle, Teilnehmer, die TU selbst und auch die großen IT-Firmen, dass sie mit dem Wettbewerb ein ganz cooles Wochenende verbrachten. Die Studenten wissen genauer, was die Firmen von Programmierern heute erwarten. Und die Firmen haben vielleicht schon das eine oder andere Talent entdeckt, das bald die Uni verlässt.

© BR/ Oliver Römhild

Informatik-Studenten beim Wettbewerb hackaTUM