BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Google will personalisierte Werbung einstellen | BR24

© picture alliance / NurPhoto | Artur Widak
Bildrechte: picture alliance / NurPhoto | Artur Widak

Blick auf die Fassade eines Gebäudes der Google-Zentrale in Dublin

2
Per Mail sharen

    Google will personalisierte Werbung einstellen

    Google hat eine drastische Neuausrichtung der Geschäftspolitik angekündigt. Der US-Suchmaschinenbetreiber will künftig keine Anzeigen mehr anbieten, die Nutzer über mehrere Internetseiten hin verfolgen und somit das Surfverhalten auswerten.

    2
    Per Mail sharen
    Von
    • Marcus Schuler
    • BR24 Redaktion

    Google will Datensammeln über sogenanntes Cookie-Tracking abschaffen. Mit dieser Methode hat der Konzern bislang gezielt ausgewertet, welche Seiten ein Nutzer im Web besucht hat und darauf basierend dann Werbeanzeigen angeboten. Wenn die bestehende Technologie seines Browsers Chrome künftig auslaufe, werde man zudem keine alternativen Tools bauen oder verwenden, um den Internet-Verkehr von Nutzern zu verfolgen, teilte der US-Suchmaschinenbetreiber am Mittwoch in einem Blogeintrag mit.

    Datenschutz stand die gesamte Zeit im Fokus

    Bislang war der Verkauf von personalisierter Werbung, die einen über mehrere Webseiten hinweg verfolgt, fester Bestandteil im Google-Angebot. Seit Jahren hatten Datenschützer diese Praxis kritisiert. Das Unternehmen teilte in dem Blog-Eintrag nun mit: "Wenn sich digitale Werbung nicht weiterentwickelt, um die wachsenden Sorgen der Menschen über ihre Privatsphäre anzugehen, riskieren wir die Zukunft des freien und offenen Webs."

    Der Schritt von Google dürfte die Art und Weise, wie Online-Werbung funktioniert, nachhaltig ändern. Google hatte bereits Anfang 2020 angekündigt, die Cookies von Drittanbietern, die seit Jahrzehnten Online-Werbung ermöglichen, abzuschaffen, um zunehmende Datenschutzstandards in Europa und den USA zu erfüllen.

    Google könnte mit Rückzug einen Dominoeffekt in der Werbebranche auslösen

    Die Entscheidung von Google dürfte weitreichende Folgen für die gesamte Werbebranche haben. Viele Unternehmen sind auf personalisierte Werbung angewiesen, schon allein um die Wirksamkeit der Digital-Reklame zu messen.

    Jetzt verspricht Google, keine andere Technologie zu verwenden, um Cookies zu ersetzen oder Funktionen in Chrome einzubauen, um sich selbst Zugang zu diesen Daten zu verschaffen. Dennoch testet der US-Technologieriese weiter Möglichkeiten für Unternehmen, Werbung an große Gruppen von anonymen Nutzern mit gemeinsamen Interessen zu richten.

    "Um das Internet offen und zugänglich für alle zu halten, müssen wir alle mehr für den Schutz der Privatsphäre tun - und das bedeutet nicht nur ein Ende der Cookies von Drittanbietern, sondern auch jeglicher Technologie, die dazu verwendet wird, einzelne Personen zu verfolgen, während sie im Internet surfen." Google-Manager David Temkin

    Der Rückzug Googles ist auch als Reaktion auf die kartellrechtlichen Ermittlungen gegen das Unternehmen zu verstehen. Er dürfte vor allem die Nummer 2 der digitalen Werbung, Facebook, mächtig unter Druck setzen.

    "Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!