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Google bezahlt Verlage für Beiträge – nicht allen gefällt das | BR24

© dpa/Christoph Dernbach

Google will Verlage für Inhalte kompensieren, vorerst freiwillig.

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    Google bezahlt Verlage für Beiträge – nicht allen gefällt das

    Über Google News können Nutzer bald auch eigentlich kostenpflichtige Artikel abrufen. Zudem zahlt Google Verlagen künftig Geld für Inhalte. Damit sind allerdings nicht alle deutschen Medienhäuser zufrieden.

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    Ab sofort erhalten zwanzig Verlage als Partner von Google Geld dafür, dass Menschen über Google ihre Artikel aufrufen können. Zugleich hat auch der Nutzer etwas davon: Einzelne Beiträge, die auf der Website des Medienanbieters eigentlich hinter einer Paywall wären, sind über den Umweg Google kostenlos.

    Die Initiative nennt sich Google News Showcase und soll innerhalb der bestehenden Google-News-Angebote und der Google-Suche bestimmte, besonders hochwertige journalistische Inhalte gesondert bewerben. Mit dabei sind bekannte Medien-Websites wie Spiegel, Zeit, Rheinische Post, Tagesspiegel, Focus Online, WAZ, Stern oder Handelsblatt.

    Manche Verlage sehen Gefahr

    Andere Verlage wollen wiederum nicht mitmachen. Axel Springer mit seiner Bild und Welt zum Beispiel. Das Medienhaus will lieber auf eine gesetzliche Regelung warten, die festlegt, wann Google & Co. den Verlagen Geld für die Nutzung ihrer Inhalte zahlen sollen.

    Dieses Gesetz zum sogenannten Leistungsschutzrecht, das eine mögliche Kompensation von Google & Co. an die Verlage offiziell regelt, ist aktuell in der Mache. Darin soll etwa festgehalten werden, welche Informationen eine Website wie Google nutzen kann, ohne vom Urheber eine Lizenz dafür zu erwerben. Ein Beispiel: Darf Google die Überschrift eines Bild.de-Artikels kostenlos anzeigen und dann auf den Artikel verlinken oder muss es für die Überschrift bei Bild.de kostenpflichtig eine Lizenz dafür erwerben? All solche Fragen sind Teil des neuen Gesetzes, das auf einer Reform der EU-Urheberrechtsrichtlinie beruht. Bis Mitte kommenden Jahres soll die Umsetzung der Richtlinie erfolgen.

    Im Vorfeld nun eine Zusammenarbeit mit Google eingehen, durch die eine effektive Wahrnehmung von Leistungsschutzrechten erschwert oder unmöglich gemacht werden könne, will der Springer-Verlag nicht. Der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) sieht ähnliche Probleme: „Es drängt sich der Verdacht auf, dass Google offenbar lieber ein eigenes Angebot lanciert, bei dem es die Teilnahmebedingungen diktieren kann, anstatt Recht und Gesetz in der EU anzuerkennen.“

    Jahrelanger Streit

    Ganz grundsätzlich ist der Streit um das Leistungsschutzrecht einer, der in der Verlagsbranche schon seit Jahren tobt: Ist Google Freund oder Feind? Profitiert Google von den Verlagen oder die Verlage von Google? Oder jeweils beides? Kern des Problems ist, dass Google Teile der Inhalte nutzt, die Medienhäuser mit viel Aufwand erstellen und so seine Nutzer mit Informationen versorgt.

    Googelt jemand „Trump Corona“ verlinkt Google unter anderem Medienbeiträge zum Thema. Mal von der FAZ, von Bild, von Focus Online oder vom Spiegel. Manche sind nun der Meinung Google müsste für die Verlinkung zahlen, da es fremde Inhalte nutzt, um Menschen auf Google zu locken. Andere finden, dass die Verlage vom Link genug profitieren, indem Google Besucher auf ihre Seiten schickt, wo Sie wiederum mit Werbung und Co. Geld verdienen können. Hinzu kommen weitere Argumente, wie dass ein Leistungsschutzrecht am Ende Nutzern das Erkennen von qualitativ hochwertigen Beiträgen erschweren würde.

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