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Die Kontaktnachverfolgung soll mit SORMAS einfacher werden

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    Öffentliche Verwaltung: Kritik an schleppender Digitalisierung

    Der Beamtenbund kritisiert die Sormas-Software, mit der die Gesundheitsämter die Corona-Kontaktnachverfolgung durchführen sollen. Sie sei zu umständlich. Die deutsche Verwaltung steht wegen dem Stand der Digitalisierung insgesamt in der Kritik.

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    Von
    • Gregor Schmalzried

    Der Beamtenbund DBB sieht große Lücken in der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung - insbesondere bei der Corona-Kontaktnachverfolgung in den Gesundheitsämtern.

    Kritik an Sormas-Software der Gesundheitsämter

    Mittlerweile wird in den meisten Gesundheitsämtern die Software Sormas (kurz für "Surveillance Outbreak Response Management and Analysis System") genutzt. Diese war ursprünglich für die Ebola-Epidemie im Jahr 2014 entwickelt worden, und wurde nun im Laufe der letzten Monate auch in immer mehr Gesundheitsämtern zur Kontaktnachverfolgung eingeführt. Dabei soll es den Mitarbeitenden Zeit und Arbeit sparen.

    Der DBB kritisiert jedoch, wie die Anwendung der Software in den Gesundheitsämtern tatsächlich aussehe. "Das hat nichts mit smarter Digitalisierung zu tun", sagte DBB-Chef Ulrich Silberbach der Deutschen Presse-Agentur. Wenn man in Sormas eine infizierte Person eintragen wolle, müsse man dort an 16 verschiedenen Stellen den Namen eingeben.

    Viele Ämter nutzen Anwendung nur im Testbetrieb

    Es ist nicht das erste Mal, dass Sormas für Unmut sorgt: Bereits im März hatte eine Recherche des BR ergeben, dass nur etwa jedes dritte bayerische Gesundheitsamt die Sormas-Software tatsächlich einsetzt. Der Rest griff weiterhin auf traditionelle und nicht-digitale Wege zurück. Die Grundidee einer einheitlichen Software in allen Ämtern sei nicht schlecht, hieß es in einem Amt, aber die Ausführung der Umrüstung sei grob mangelhaft.

    Eigentlich hatten Bund und Länder geplant, bis Ende Februar alle Gesundheitsämter in Deutschland mit Sormas auszurüsten - fast ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland. Mittlerweile sind bis auf einige Dutzend Ausnahmen die meisten Gesundheitsämter an das System angeschlossen. Allerdings nutzen viele davon die Software nur im Testbetrieb statt zur täglichen Arbeit.

    Digitalisierung in der Verwaltung kommt nicht voran

    Die Kritik an der Digitalisierung der Gesundheitsämter reiht sich in die Kritik ein, die insbesondere seit Beginn der Corona-Pandemie den Zustand der deutschen Verwaltung trifft. So haben etwa Software-Probleme dazu geführt, dass Hilfszahlungen an Betriebe nicht ausgeführt wurden. Die Lernplattformen zum Distanzlernen für Schüler haben mit Störungen und Ausfällen zu kämpfen. Und die Begrüßungs-SMS der Bundesregierung, mit der nach Deutschland Einreisende auf geltende Corona-Regeln hingewiesen werden sollen, wurde als verwirrend und inhaltslos kritisiert.

    Auch der Beamtenbund DBB kritisiert den Zustand der Verwaltung, darunter die hohe Bürokratielast, unklare Zuständigkeiten und schlechte Vernetzung.

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