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Gespräche zwischen YouTube und Videomachern geplatzt | BR24

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Hat Streit mit Jörg Sprave & Co.: Die Videoplattform Youtube

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    Gespräche zwischen YouTube und Videomachern geplatzt

    Transparenz und Fairness: Eigentlich wollte die YouTuber-Initiative "YouTubers Union", die IG Metall und YouTube heute über diese Themen miteinander reden. Doch der Termin wurde abgesagt. Angeblich wegen eines Video-drehenden Schleuderexperten.

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    Jörg Sprave ist vermutlich der einzige YouTube-Weltstar, den Deutschland bisher hervorgebracht hat. Der 54-Jährige betreibt den "Slingshot Channel", auf dem er spektakuläre Schleudern Marke Eigenbau vorführt. Das hat ihm 2,3 Millionen Abonnenten eingebracht - aber auch jede Menge Ärger mit YouTube. Denn der YouTube-Algorithmus stuft seine Videos als gewalttätig ein und das, obwohl Spraves Kanal eher als eine Art Hobbythek des Internets fungiert. Im Vordergrund steht der Spaß an der Technik: Der Oberfranke katapultiert zum Beispiel auch Oreos, Spielkarten und Klobürsten durch die Gegend.

    Zusammen mit der IG Metall gegen YouTube

    Die Folgen für Sprave sind gravierend, denn er lebt von den Einnahmen seines Kanals. Doch der Algorithmus sperrt diesen immer wieder für Werbung oder nimmt seinen Kanal gleich ganz offline. So wie Sprave geht es auch anderen YouTubern und so wurde die "The YouTubers Union" ins Leben gerufen. In einer Facebook-Gruppe tauscht sich die Community über ihre Forderungen aus. Die fast 25.000 Mitglieder wollen, dass YouTube seine Sperr-Regeln transparent macht. Außerdem verlangen sie Ansprechpartner aus Fleisch und Blut, nicht nur einen Algorithmus. Mittlerweile hat sich die IG Metall den Forderungen angeschlossen und zusammen mit Sprave und seinen Mitstreitern die Initiative FairTube ins Leben gerufen.

    Wie viel Macht haben YouTuber wie Jörg Sprave?

    Eigentlich sollte heute Gespräche mit YouTube stattfinden, doch diese wurden nun abgesagt. Grund ist laut Aussage der IG Metall, dass YouTube die Teilnahme von Sprave abgelehnt hatte, sodass sich im Gegenzug auch die Metall-Gewerkschaft aus den Gesprächen zurückzog. In einer gemeinsamen Erklärung der IG Metall erklärt Sprave, dass er hoffe, dass YouTube noch einlenken werde, ansonsten würden "eine ganze Reihe von Aktivitäten" anlaufen.

    Wie diese Aktivitäten aussehen könnten, das ist allerdings die große Frage. YouTuber wie Sprave bringen Google (die Videoplattform gehört dem Suchmaschinenkonzern) zwar viel Geld ein. Angestellt sind die Kreativen jedoch nicht. Ähnlich ist es bei anderen Plattformen, etwa dem Fahrdienstleister Uber. Der Streit der YouTuber mit Google wirft also ein Schlaglicht auf den Plattform-Kapitalismus, in dem das Verhältnis zwischen Unternehmen und Quasi-Mitarbeitern neu ausgelotet werden muss.